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Ge­ne­rel­ler Impf­schutz ge­gen ge­fähr­li­che Ze­cken­bis­se

Mit den Kreisen Fulda und Weimar-Land hat das Robert-Koch-Institut (RKI) zwei  neue  Zecken-Risikogebiete in Hessen und Thüringen ausgewiesen. Deutschlandweit wurde 2020 mit 704 FSME-Infektionen die höchste Zahl an Erkrankungen seit Datenerfassung im Jahr 2001 gemeldet. 17 davon registrierte das RKI  in Thüringen, 13 in Hessen.   

Sie lauern in Wäldern, an Waldrändern, im Gebüsch und sogar auf Grashalmspitzen angrenzender Wiesen: Zecken überstehen den Frost schadlos. Die Blutsauger  werden mit steigenden Temperaturen unverschämt anhänglich und übertragen unangenehme Krankheiten: die Borreliose und - schwerpunktmäßig in Süddeutschland - die als  Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) bezeichnete Hirnhautentzündung. 

Fast 90 Prozent der bekannten FSME-Infektionsorte entfielen auf Baden-Württemberg und Bayern, berichtet die Krankenkasse KNAPPSCHAFT. In Thüringen sind ein Dutzend Regionen, die Kreise Hildburghausen, Ilm-Kreis, Saale-Holzland, Saale-Orla, Saalfeld-Rudolstadt, Gera, Schmalkalden-Meiningen, Sonneberg sowie aktuell Weimar-Land und dazu die Stadtkreise Gera, Jena und Suhl als Risikogebiet betroffen. Hessen zählt zehn Risikogebiete: die Landkreise Bergstraße, Darmstadt-Dieburg, Groß-Gerau, Main-Kinzig, Marburg-Biedenkopf, Odenwald und Offenbach sowie die Städte Darmstadt und Offenbach. Nach sechs FSME-Übertragungsfällen im Fünfjahreszeitraum bis 2020 ist aktuell der Landkreis Fulda hinzugekommen. 

Sprunghafter Anstieg

2020 stieg die Zahl der FSME-Fälle in Deutschland um 58 Prozent gegenüber dem Vorjahr und damit deutlich über den bisherigen Rekordwert von 583 im Jahr 2018.  Die meisten Übertragungen gibt es laut KNAPPSCHAFT zwischen Mai und Oktober. Trotz der Impfempfehlung für Risikogebiete waren im zurückliegenden Jahr 98 Prozent der Betroffenen nicht oder unzureichend geimpft, meldet das RKI. Gefährdet und häufiger von schweren Verläufen betroffen sind Personen im Alter von über 60.

Bei einem Drittel der FSME-Fälle drohen nicht nur Fieber mit grippeähnlichen Symptomen. FSME kann die Hirnhäute befallen, in schweren Fällen auch Gehirn und Rückenmark.

KNAPPSCHAFT übernimmt Impfkosten generell

Auch die nicht in allen Bundesländern meldepflichtige Borreliose kann von den Blutsaugern übertragen werden. Bundesweit ist etwa jede Fünfte Zecke Bakterienträger. Charakteristisches Zeichen für eine Infektion ist zumeist eine ringförmige Rötung um die Bissstelle, mahnt die KNAPPSCHAFT. Infektionen, die vielfach lange unbemerkt verlaufen, lösen Nervenschmerzen- und Entzündungen aus. Betroffene fühlen sich dann beständig abgeschlagen, haben Schweißausbrüche, Fieber oder fortdauernde Gelenk- und Muskelschmerzen.

Dabei kann FSME nur begrenzt behandelt werden. Die KNAPPSCHAFT hat auf die fortschreitende Ausdehnung der Zeckenrisikogebiete reagiert. Versicherte können sich bundesweit impfen lassen, nicht nur, wenn sie in Risikogebieten wohnen oder sich dort länger, etwa für einen Urlaub aufhalten. In Hessen etwa sind seit 2002 16 Prozent der FSME-Infektionen außerhalb ausgewiesener Risikogebiete aufgetreten.

Tipps der KNAPPSCHAFT gegen Zeckenbisse

•          Schutz bietet geschlossene Kleidung, lange Hosen und langärmelige Shirts. Auf heller Kleidung fallen die Krabbeltiere schneller auf.

•          Direkt nach dem Ausflug in der freien Natur sorgfältig schauen, ob sich irgendwo am Körper eine Zecke festgesetzt hat.

•          Gerade bei Borreliose ist das frühzeitige Entfernen der Zecken wichtig. Blutsauger mit Borrelien übertragen die Bakterien erst mit einer Verzögerung von zwölf bis 24 Stunden.

 

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