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Ge­ne­rel­ler Impf­schutz ge­gen ge­fähr­li­che Ze­cken­bis­se

Obgleich die Zahl der registrierten FSME-Infektionen im vergangenen Jahr deutlich unter dem Rekordwert von 2020 lag, sind Zecken weiter auf dem Vormarsch. 2021 wurden deutschlandweit 417 Fälle der als Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) bezeichneten Hirnhautentzündung gemeldet, gegenüber 712 im Vorjahreszeitraum.

Sie lauern in Wäldern, an Waldrändern, im Gebüsch und sogar auf Grashalmspitzen angrenzender Wiesen: Zecken überstehen den Frost schadlos. Die Blutsauger werden schon bei geringen Plusgraden aktiv und mit steigenden Temperaturen unverschämt anhänglich. Neben FSME mit Schwerpunkt Süddeutschland übertragen die Zecken bundesweit Borreliose. Neben dem gemeinen Holzbock breitet sich zunehmend auch die Auwaldzecke aus. Über Zugvögel gelangen auch vermehrt Tropenzecken nach Deutschland, die Fleckfieber übertragen können.

22 ausgewiesene FSME-Risikoregionen

Fast 90 Prozent der bekannten FSME-Infektionsorte entfallen auf Baden-Württemberg und Bayern, berichtet die Krankenkasse KNAPPSCHAFT. Doch auch in Südhessen und Südostthüringen besteht erhöhte Infektionsgefahr. 2020 registrierte das Robert-Koch-Institut (RKI) 17 Fälle in Thüringen und 13 in Hessen. Mit den Kreisen Fulda und Weimar-Land wurden zuletzt zwei weitere Zecken-Risikogebiete ausgewiesen. In Thüringen sind ein Dutzend Regionen, die Kreise Hildburghausen, Ilm-Kreis, Saale-Holzland, Saale-Orla, Saalfeld-Rudolstadt, Gera, Schmalkalden-Meiningen, Sonneberg sowie Weimar-Land und dazu die Stadtkreise Gera, Jena und Suhl als Risikogebiet betroffen. Hessen zählt zehn Risikogebiete: die Landkreise Bergstraße, Darmstadt-Dieburg, Groß-Gerau, Main-Kinzig, Marburg-Biedenkopf, Odenwald und Offenbach sowie die Städte Darmstadt und Offenbach. Nach sechs FSME-Übertragungsfällen im Fünfjahreszeitraum bis 2020 ist der Landkreis Fulda hinzugekommen. 

Die meisten Übertragungen gibt es laut KNAPPSCHAFT zwischen Mai und Oktober. Trotz der Impfempfehlung gegen FSME in Risikogebieten sind dort fast 98 Prozent der Betroffenen nicht oder unzureichend geimpft, meldet das RKI. Die Wahrscheinlichkeit einer FSME-Übertragung liege in diesen Regionen bei 1 : 50 bis 1 : 100. Bei einem Drittel der Fälle drohen nicht nur Fieber mit grippeähnlichen Symptomen. FSME kann die Hirnhäute befallen, in schweren Fällen auch Gehirn und Rückenmark. Gefährdet und häufiger von schweren Verläufen betroffen sind Personen im Alter von über 60. Etwa ein Prozent dieser Verläufe endet tödlich.

KNAPPSCHAFT übernimmt Impfkosten generell

Auch die nicht in allen Bundesländern meldepflichtige Borreliose, gegen die kein Impfschutz existiert, kann von den Blutsaugern übertragen werden. Bundesweit ist etwa jede Fünfte Zecke Bakterienträger. Charakteristisches Zeichen für eine Infektion ist zumeist eine ringförmige Rötung um die Bissstelle, mahnt die KNAPPSCHAFT. Infektionen, die vielfach lange unbemerkt verlaufen, lösen Nervenschmerzen- und Entzündungen aus. Betroffene fühlen sich dann beständig abgeschlagen, haben Schweißausbrüche, Fieber oder fortdauernde Gelenk- und Muskelschmerzen.

FSME kann nur begrenzt behandelt werden. Die KNAPPSCHAFT hat auf die fortschreitende Ausdehnung der Zeckenrisikogebiete reagiert. Versicherte können sich bundesweit impfen lassen, nicht nur, wenn sie in Risikogebieten wohnen oder sich dort länger, etwa für einen Urlaub aufhalten. In Hessen etwa sind seit 2002 16 Prozent der FSME-Infektionen außerhalb ausgewiesener Risikogebiete aufgetreten.

Tipps der KNAPPSCHAFT gegen Zeckenbisse

•          Schutz bietet geschlossene Kleidung, lange Hosen und langärmelige Shirts. Auf heller Kleidung fallen die Krabbeltiere schneller auf.

•          Direkt nach dem Ausflug in der freien Natur sorgfältig schauen, ob sich irgendwo am Körper eine Zecke festgesetzt hat.

•          Gerade bei Borreliose ist das frühzeitige Entfernen der Zecken wichtig. Blutsauger mit Borrelien übertragen die Bakterien erst mit einer Verzögerung von zwölf bis 24 Stunden.

 

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