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Mi­di­jobs

Das Ar­beits­ent­gelt im Über­gangs­be­reich/ in der Gleit­zo­ne

Durch die Änderungen des RV-Leistungsverbesserungs- und -Stabilisierungsgesetzes wird zum 1. Juli 2019 die bisherige Gleitzone zum sozialversicherungsrechtlichen Übergangsbereich weiterentwickelt. Somit profitieren mehr Geringverdiener von der Entlastung bei den Sozialabgaben.

Allgemeines

Midijobber zählen zur Gruppe der Geringverdiener. Im Gegensatz zu einem 450,00-Euro-Minijobber sind sie jedoch mit einem Entgelt zwischen 450,01 Euro und 850,00 (Gleitzone) Euro bzw. zwischen 450,01 Euro und 1.300,00 Euro (Übergangsbereich) voll sozialversicherungspflichtig. Durch die besonderen Regelungen der Gleitzone/ des Übergangsbereichs wird der Übergang aus einer geringfügig entlohnten Beschäftigung, die nur in der Rentenversicherung der Versicherungspflicht unterliegt, zu einer sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung für Arbeitnehmer beitragsrechtlich gemildert, da nur reduzierte Arbeitnehmerbeiträge zu zahlen sind.

Der Arbeitgeberbeitrag ist hingegen aus dem tatsächlich erzielten Arbeitsentgelt zu berechnen. Durch den Übergangsbereich (bzw. bis 30. Juni 2019 die Gleitzone) soll die sogenannte Niedriglohnschwelle beseitigt werden, die in Beschäftigungsverhältnissen bei Überschreiten der Geringfügigkeitsgrenze zu einem abrupten Anstieg der Beitragsbelastung auf den vollen Sozialversicherungsbeitrag führen würde.

Be­schäf­ti­gungs­ver­hält­nis im Über­gangs­be­reich ab 1. Ju­li 2019

Ar­beits­ent­gelt von 450,01 Eu­ro bis 1.300,00 Eu­ro

Ein Beschäftigungsverhältnis im Übergangsberich liegt vor, wenn das daraus erzielte Arbeitsentgelt 450,01 Euro bis 1.300,00 Euro im Monat beträgt und die Grenze von 1.300,00 Euro im Monat regelmäßig nicht überschreitet.

Für Arbeitnehmer, die eine versicherungspflichtige Beschäftigung mit einem Arbeitsentgelt innerhalb des Übergangsbereichs ausüben, gelten besondere Regelungen für die Ermittlung der Beitragsbemessungsgrundlage sowie für die Beitragstragung zur Kranken-, Pflege-, Renten- und Arbeitslosenversicherung. Zudem sind die Meldungen von Beschäftigungen im Übergangsbereich besonders zu kennzeichnen.

Ver­si­che­rungs­recht­li­che Ein­stu­fung durch den Ar­beit­ge­ber

Zu Beginn jedes Beschäftigungsverhältnisses hat der Arbeitgeber seinen Arbeitnehmer versicherungsrechtlich zu beurteilen und unter anderem festzustellen, in welchen Sozialversicherungszweigen Versicherungspflicht besteht. In diesem Zusammenhang ist auch zu prüfen, ob ein Beschäftigungsverhältnis mit einem Arbeitsentgelt im Übergangsbereich vorliegt.

Die besonderen beitragsrechtlichen Regelungen zum Übergangsbereich finden Anwendung, wenn das monatliche Arbeitsentgelt aus der Beschäftigung bzw. bei Bestehen mehrerer Beschäftigungsverhältnisse die hieraus insgesamt erzielten Arbeitsentgelte im Übergangsbereich von 450,01 Euro bis 1.300,00 Euro liegen (§ 20 Absatz 2 SGB IV). Wenn lediglich Teilarbeitsentgelte (z. B. wegen Ablaufs der Entgeltfortzahlung bei Arbeitsunfähigkeit oder bei Beginn bzw. Ende der Beschäftigung im Laufe eines Kalendermonats) innerhalb der Entgeltgrenzen von 450,01 Euro bis 1.300,00 Euro liegen, finden die Regelungen des Übergangsbereichs keine Anwendung.

Bei der Prüfung der Frage, ob das Arbeitsentgelt im Übergangsbereich liegt, ist vom regelmäßigen Arbeitsentgelt auszugehen. Dabei ist grundsätzlich auf das Arbeitsentgelt abzustellen, auf das der Arbeitnehmer einen Rechtsanspruch hat (z. B. aufgrund eines Tarifvertrags, einer Betriebsvereinbarung oder einer Einzelabsprache), selbst wenn der Arbeitgeber das Arbeitsentgelt nicht oder erst später zahlt. Wird allerdings ein höheres als vereinbartes Arbeitsentgelt gezahlt, kommt es nicht darauf an, ob ein wirksamer (arbeitsrechtlicher) Anspruch auf das gezahlte Arbeitsentgelt besteht; insoweit löst der Zufluss die Arbeitsentgelteigenschaft und den Beitragsanspruch aus.

Ob die für den Übergangsbereich maßgebenden Entgeltgrenzen regelmäßig im Monat oder nur gelegentlich unter- oder überschritten werden, ist bei Beginn der Beschäftigung und erneut bei jeder dauerhaften Veränderung in den Verhältnissen (z. B. Erhöhung oder Reduzierung des Arbeitsentgelts) im Wege einer vorausschauenden Betrachtung zu beurteilen. Die hiernach erforderliche Prognose erfordert keine alle Eventualitäten berücksichtigende genaue Vorhersage, sondern lediglich eine ungefähre Einschätzung, welches Arbeitsentgelt mit hinreichender Sicherheit zu erwarten ist. Im Prognosezeitpunkt muss davon auszugehen sein, dass sich das Arbeitsentgelt bei normalem Ablauf der Dinge nicht relevant verändert. Grundlage der Prognose können dabei lediglich Umstände sein, von denen in diesem Zeitpunkt anzunehmen ist, dass sie das Arbeitsentgelt bestimmen werden. Solche Umstände können die versicherungs- und beitragsrechtliche Beurteilung dann nicht in die Vergangenheit hinein verändern. Stimmt diese Prognose in Folge nicht sicher voraussehbarer Umstände mit dem späteren Verlauf nicht überein, bleibt die für die Vergangenheit getroffene Feststellung maßgebend. Allerdings kann die nicht zutreffende Prognose Anlass für eine neue versicherungsrechtliche Beurteilung und vorausschauende Jahresbetrachtung sein.

Als Zeitraum, auf den die vorausschauende Betrachtung bei Beschäftigten zu erstrecken ist, wird der Zeitraum eines Zeitjahres (nicht Kalenderjahres) angesehen. Steht bereits zu Beginn der Beschäftigung fest, dass diese nicht mindestens ein Jahr andauern wird, ist ein entsprechend kürzerer Prognosezeitraum anzusetzen.

Übt ein Arbeitnehmer eine Beschäftigung innerhalb des Übergangsbereichs aus, besteht in allen Zweigen der Sozialversicherung grundsätzlich Versicherungspflicht nach den allgemeinen Vorschriften. Die in den einzelnen Versicherungszweigen geltenden versicherungsrechtlichen Regelungen finden uneingeschränkt Anwendung.

Beispiel
monatliches Arbeitsentgelt
Einmalzahlung im November
regelmäßiges monatliches Arbeitsentgelt ((600 x 12 + 300) / 12)
600,00 Euro
300,00 Euro
625,00 Euro
Das regelmäßige monatliche Arbeitsentgelt beträgt voraussichtlich 625,00 Euro. Es handelt sich demnach um einen Übergangsbereichsfall.
Beispiel
Beschäftigung vom 1. Juli 2019 bis 31. Dezember 2019
monatliches Arbeitsentgelt
Einmalzahlung im November
regelmäßiges monatliches Arbeitsentgelt ((1.250 x 6 + 650) / 6)
1.250,00 Euro
650,00 Euro
1.358,33 Euro
Das regelmäßige monatliche Arbeitsentgelt beträgt voraussichtlich 1.358,33 Euro. Es handelt sich demnach nicht um einen Übergangsbereichsfall.

Bei­trags­pflich­ti­ge Ein­nah­me

Bei Arbeitnehmern, die gegen ein regelmäßiges monatliches Arbeitsentgelt innerhalb des Übergangsbereichs beschäftigt sind, wird in der Kranken-, Pflege-, Renten- und Arbeitslosenversicherung sowie für den kassenindividuellen Zusatzbeitrag der Krankenversicherung für die Berechnung des Beitrags als beitragspflichtige Einnahme nicht das tatsächlich erzielte Arbeitsentgelt zugrunde gelegt, sondern ein Betrag, der nach der Midijob-Formel berechnet wird.

Für die innerhalb des Übergangsbereichs liegenden Arbeitsentgelte ist auf Basis des Faktors F (2019 = 0,7566) die beitragspflichtige Einnahme ab dem 1. Juli 2019 nach folgender vereinfachter Formel zu ermitteln:

beitragspflichtige Einnahme = 1,1288588 × Arbeitsentgelt - 167,51647

Das Ergebnis der Berechnung ist auf zwei Dezimalstellen zu runden; die zweite Dezimalstelle ist um 1 zu erhöhen, wenn sich in der dritten Dezimalstelle eine der Zahlen 5 bis 9 ergibt.

Das Reduzieren des beitragspflichtigen Arbeitsentgelts und daraus folgend des Arbeitnehmerbeitragsanteils, führt seit dem 1. Juli 2019 bei der späteren Rentenberechnung nicht mehr zur Rentenminderung.

Teilmonate

In Fällen, in denen nicht für einen vollen Kalendermonat Arbeitsentgelt erzielt wird (z. B. wegen Ablaufs der Entgeltfortzahlung bei Arbeitsunfähigkeit oder bei Beginn bzw. Ende der Beschäftigung im Laufe eines Kalendermonats) ist - ausgehend von der monatlichen beitragspflichtigen Einnahme - die anteilige beitragspflichtige Einnahme zu berechnen. Hierfür ist zunächst ausgehend vom anteiligen Arbeitsentgelt das monatliche Arbeitsentgelt zu berechnen.

Monatliches Arbeitsentgelt (monatliche beitragspflichtige Einnahme) = anteiliges Arbeitsentgelt x 30 / Kalendertage

Auf der Grundlage des monatlichen Arbeitsentgelts ist die beitragspflichtige Einnahme nach Maßgabe der Midijob-Formel zu ermitteln. Anschließend ist diese beitragspflichtige Einnahme entsprechend der Anzahl der Kalendertage, für die eine versicherungspflichtige Beschäftigung besteht, zu reduzieren.

anteilige beitragspflichtige Einnahme = monatliche beitragspflichtige Einnahme x Kalendertage / 30

Dabei ist unerheblich, ob das anteilige Arbeitsentgelt unterhalb des Übergangsbereichs liegt. Für die Anwendung der besonderen Regelungen zum Übergangsbereich ist in diesen Fällen allein auf das regelmäßige monatliche Arbeitsentgelt abzustellen.

Bei­trags­be­rech­nung

Das Verfahren zur Beitragsberechnung erfolgt in drei Schritten:

1. Gesamtbeitrag für jeden Versicherungszweig:

Der Beitrag wird durch die Anwendung des halben Beitragssatzes auf die beitragspflichtige Einnahme und anschließender Verdoppelung des gerundeten Ergebnisses ermittelt.

Darüber hinaus ist der Beitragszuschlag in der Pflegeversicherung bei Kinderlosigkeit von 0,25 Prozent, der von den Arbeitnehmern alleine zu tragen ist, durch Anwendung des Beitragszuschlags auf die reduzierte beitragspflichtige Einnahme gesondert zu berechnen und dem nach den besonderen beitragsrechtlichen Regelungen für den Übergangsbereich ermittelten Arbeitnehmerbeitragsanteil hinzuzurechnen.

2. Beitragsanteil des Arbeitgebers:

Der Arbeitgeberbeitragsanteil wird durch Anwendung des halben Beitragssatzes auf das der Beschäftigung zugrunde liegende Arbeitsentgelt ermittelt. Dabei ist der Arbeitgeberbeitragsanteil für jeden Versicherungszweig eigenständig und nicht in Summe aller halben Beitragssätze zu berechnen.

Für Arbeitnehmer mit einem Beschäftigungsort in Sachsen oder bei einer Versicherungspflicht in der knappschaftlichen Rentenversicherung, sind Besonderheiten zu beachten.

3. Beitragsanteil des Arbeitnehmers:

Der Abzug des jeweiligen Arbeitgeberbeitragsanteils von dem im ersten Schritt für jeden Versicherungszweig, einschließlich des kassenindividuellen Zusatzbeitrags, ermittelten Gesamtbeitrag ergibt den jeweiligen Beitragsanteil des Arbeitnehmers.

Beispiel (voller Monat):
Monatliches Arbeitsentgelt (kinderloser Arbeitnehmer)
(Beitragssatz zur KV 14,6 %, zur PV 3,05 % + 0,25 %, zur RV 18,6 %, zur AloV 2,5 %, Zusatzbeitrag der Knappschaft 1,1 %)

550,00 Euro
beitragspflichtige Einnahme (1,1288588 x 550,00 - 167,51647)453,36 Euro
Krankenversicherung
Beitrag (453,36 x 7,3 % x 2)
zuzüglich Zusatzbeitrag (453,36 x 0,55 % x 2)
abzüglich Arbeitgeberbeitragsanteil (550,00 x 7,3 %)
abzüglich Arbeitgeberbeitragsanteil (550,00 x 0,55 %)
Arbeitnehmerbeitragsanteil

66,20 Euro
+ 4,98 Euro
- 40,15 Euro
- 3,03 Euro
= 28,00 Euro
Pflegeversicherung
Beitrag (453,36 x 1,525 % x 2)
zusätzlicher Arbeitnehmerbeitrag (453,36 x 0,25 %)
abzüglich Arbeitgeberbeitragsanteil (550,00 x 1,525 %)
Arbeitnehmerbeitragsanteil

13,82 Euro
+ 1,13 Euro
- 8,39 Euro
= 6,56 Euro
Rentenversicherung
Beitrag (453,36 x 9,30 % x 2)
abzüglich Arbeitgeberbeitragsanteil (550,00 x 9,30 %)
Arbeitnehmerbeitragsanteil

84,32 Euro
- 51,15 Euro
= 33,17 Euro
Arbeitslosenversicherung
Beitrag (453,36 x 1,25 % x 2)
abzüglich Arbeitgeberbeitragsanteil (550,00 x 1,25 %)
Arbeitnehmerbeitragsanteil

11,34 Euro
- 6,88 Euro
= 4,46 Euro


Beispiel (Teilmonat):

Monatliches Arbeitsentgelt (kinderloser Arbeitnehmer)
(Beitragssatz zur KV 14,6 %, zur PV 3,05 % + 0,25 %, zur RV 18,6 %, zur AloV 2,5 %, Zusatzbeitrag der Knappschaft 1,1 %)

Beendigung der Beschäftigung am 2. September 2019

600,00 Euro


September Arbeitsentgelt 40,00 Euro
Einmalzahlung im September 100,00 Euro
beitragspflichtige Einnahme (1,1288588 x 700,00 - 167,51647)622,68 Euro
anteilige beitragspflichtige Einnahme vom 1. September 2019 bis 2. September 2019
(622,68 x 2 / 30)
41,51 Euro
Krankenversicherung
Beitrag (41,51 x 7,3 % x 2)
zuzüglich Zusatzbeitrag (41,51 x 0,55 % x 2)
abzüglich Arbeitgeberbeitragsanteil (140,00 x 7,3 %)
abzüglich Arbeitgeberbeitragsanteil (140,00 x 0,55 % x 2)
Arbeitnehmerbeitragsanteil

6,06 Euro
+ 0,46 Euro
- 10,22 Euro
- 0,77 Euro
= 0,00 Euro
Pflegeversicherung
Beitrag (41,51 x 1,525 % x 2)
zusätzlicher Arbeitnehmerbeitrag (41,51 x 0,25 %)
abzüglich Arbeitgeberbeitragsanteil (140,00 x 1,525 %)
Arbeitnehmerbeitragsanteil

1,26 Euro
+ 0,10 Euro
- 2,14 Euro
= 0,00 Euro
Rentenversicherung
Versicherungsbeitrag (41,51 x 9,30 % x 2)
abzüglich Arbeitgeberbeitragsanteil (140,00 x 9,30 %)
Arbeitnehmerbeitragsanteil

7,72 Euro
- 13,02 Euro
= 0,00 Euro
Arbeitslosenversicherung
Versicherungsbeitrag (41,51 x 1,25 % x 2)
abzüglich Arbeitgeberbeitragsanteil (140,00 x 1,25 %)
Arbeitnehmerbeitragsanteil

1,04 Euro
- 1,75 Euro
= 0,00 Euro


Bei­trags­be­rech­nung knapp­schaft­li­che Ren­ten­ver­si­che­rung

Für knappschaftlich rentenversicherte Arbeitnehmer wirkt sich die Regelung zum Übergangsbereich in gleicher Weise aus, wie bei einem in der allgemeinen Rentenversicherung versicherten Arbeitnehmer (§ 168 Absatz 3 SGB VI). Allerdings ist der vom Arbeitgeber zu tragende Beitragsanteil auf Basis des besonderen Beitragssatzes zur knappschaftlichen Rentenversicherung zu ermitteln. Für die Berechnung der Beitragsanteile ist zunächst der Arbeitnehmerbeitragsanteil zu berechnen, der vom Arbeitnehmer zu tragen wäre, wenn er in der allgemeinen Rentenversicherung versichert wäre. Der Arbeitgeberbeitragsanteil ergibt sich aus der Differenz des Gesamtbeitrags auf der Basis der reduzierten beitragspflichtigen Einnahme und des Beitragssatzes zur knappschaftlichen Rentenversicherung abzüglich des Arbeitnehmerbeitragsanteils.


Beispiel:
Der Arbeitnehmer ist in der knappschaftlichen Rentenversicherung versichert.
(Beitragssatz insgesamt = 24,70 %, Arbeitgeber = 15,40 %, Arbeitnehmer = 9,30 %)
monatliches Arbeitsentgelt 475,00 Euro
beitragspflichtige Einnahme (1,1288588 x 475,00 - 167,51647)368,69 Euro
fiktiver Gesamtbeitrag zur allgemeinen Rentenversicherung (368,69 x 9,30 % x 2)  68,58 Euro
abzüglich fiktiver Arbeitgeberanteil zur allgemeinen Rentenversicherung (475,00 x 9,30 %)- 44,18 Euro
Arbeitnehmeranteil zur Rentenversicherung = 24,40 Euro
Beitrag zur knappschaftlichen Rentenversicherung (368,69 x 24,70 %) 91,07 Euro
abzüglich Arbeitnehmeranteil zur Rentenversicherung - 24,04 Euro
Arbeitgeberanteil zur knappschaftlichen Rentenversicherung = 66,67 Euro

Mehr­fach­be­schäf­ti­gung mit ei­nem Ar­beits­ent­gelt im Über­gangs­be­reich

Werden mehrere (ggf. durch Zusammenrechnung) versicherungspflichtige Beschäftigungen ausgeübt, gelten die besonderen Regelungen zum Übergangsbereich, wenn das insgesamt erzielte Arbeitsentgelt (Gesamtarbeitsentgelt) innerhalb des Übergangsbereichs liegt. Daraus ergibt sich, dass keine versicherungsfreien Beschäftigungen (z. B. als Beamter) berücksichtigt werden.

Bei der Zusammenrechnung der Arbeitsentgelte aus mehreren Beschäftigungen ist zu beachten, dass eine geringfügige Beschäftigung, die neben einer nicht geringfügigen versicherungspflichtigen (Haupt-)Beschäftigung ausgeübt wird, unberücksichtigt bleibt. Werden mehrere geringfügig entlohnte Beschäftigungen neben einer nicht geringfügigen versicherungspflichtigen (Haupt-)Beschäftigung ausgeübt, bleibt diejenige geringfügig entlohnte Beschäftigung von der Zusammenrechnung ausgenommen, die zeitlich zuerst aufgenommen wurde. In der Arbeitslosenversicherung ist eine Zusammenrechnung generell ausgeschlossen.

Werden mehrere versicherungspflichtige Beschäftigungen ausgeübt, deren Arbeitsentgelte in der Summe innerhalb des Übergangsbereichs liegen, sind die für die Berechnung der Arbeitnehmerbeitragsanteile zugrunde zu legenden reduzierten beitragspflichtigen Einnahmen für die einzelnen Beschäftigungen nicht nach der allgemeinen Midijob-Formel zu ermitteln; in diesen Fällen wird die beitragspflichtige Einnahme für die einzelnen Beschäftigungen auf Grundlage des Gesamtarbeitsentgelts ermittelt und im Verhältnis der jeweiligen Arbeitsentgelte zum Gesamtarbeitsentgelt auf die Beschäftigungen aufgeteilt.

Sofern die Mehrfachbeschäftigung im Übergangsbereich für volle Kalendermonate besteht, ist die jeweilige beitragspflichtige Einnahme auf der Grundlage des von den Krankenkassen mitgeteilten Gesamtarbeitsentgelts (für den vollen Kalendermonat = 30 Sozialversicherungstage), wie folgt zu berechnen:

Formel zur Ermittlung der beitragspflichtigen Einnahme bei mehreren Beschäftigungen:

Beitragspflichtige Einnahme =
((1,1288588 x GAE - 167,51647) x EAE) / GAE

GAE = Gesamtarbeitsentgelt des Arbeitnehmers, das sich durch die Addition aller Einzelarbeitsentgelte ergibt

EAE = Einzelarbeitsentgelt des Arbeitnehmers aus einer Beschäftigung

In Teilmonaten sind bei der Beitragsberechnung Besonderheiten zu beachten. Bitte beachten Sie diesbezüglich die Ausführungen im Rundschreiben zum Übergangsbereich (PDF, 285KB).

Für Abrechnungszeiträume ab dem 1. Januar 2015 haben die Arbeitgeber bei mehrfachbeschäftigten Arbeitnehmern grundsätzlich ohne unmittelbare Beteiligung der Krankenkassen festzustellen, ob die Summe der Arbeitsentgelte aus den einzelnen Beschäftigungsverhältnissen innerhalb des Übergangsbereichs liegt. Ebenfalls ist von den Arbeitgebern bei Anwendung der Midijob-Regelungen eigenständig das der Beitragsbemessung zugrunde zu legende Gesamtarbeitsentgelt zu ermitteln. Die Arbeitnehmer sind in diesem Zusammenhang nach § 28o Absatz 1 SGB IV dazu verpflichtet, allen beteiligten Arbeitgebern die zur Durchführung des Meldeverfahrens und der Beitragszahlung erforderlichen Angaben zu machen und, soweit erforderlich, Unterlagen vorzulegen.

Beispiel

Bei Arbeitgeber A besteht ein Beschäftigungsverhältnis mit einem monatlichen Entgelt in Höhe von 420,00 Euro.
Das Entgelt bei Arbeitgeber B beträgt 450,00 Euro. Das Gesamtentgelt beträgt demnach 870,00 Euro.
Es besteht Versicherungspflicht, da die beiden an sich geringfügigen Beschäftigungen zusammenzurechnen sind und das Arbeitsentgelt die Geringfügigkeitsgrenze überschreitet. Es liegt eine Mehrfachbeschäftigung mit einem Arbeitsentgelt im Übergangsbereich vor. (Der Arbeitnehmer hat keine Kinder.)

Arbeitgeber A:
- regelmäßiges Jahresentgelt
- laufendes Arbeitsentgelt
- SV-Tage

Beitragsberechnung bei Arbeitgeber A:
beitragspflichtiges Arbeitsentgelt = ((1,1288588 x 870,00 Euro - 167,51647) x 420,00 Euro) : 870,00 Euro
5.040,00 Euro
420,00 Euro
30


393,25 Euro
Krankenversicherung
Beitrag (393,25 x 7,3 % x 2)
zuzüglich Zusatzbeitrag (393,25 x 0,55 % x 2)
abzüglich Arbeitgeberbeitragsanteil (420,00 x 7,3 %)
abzüglich Arbeitgeberbeitragsanteil (420,00 x 0,55 %)
Arbeitnehmerbeitragsanteil

57,42 Euro
+ 4,32 Euro
- 30,66 Euro
- 2,31 Euro
= 28,77 Euro
Pflegeversicherung
Beitrag (393,25 x 1,525 % x 2)
zusätzlicher Arbeitnehmerbeitrag (393,25 x 0,25 %)
abzüglich Arbeitgeberbeitragsanteil (420,00 x 1,525 %)
Arbeitnehmerbeitragsanteil

12,00 Euro
+ 0,98 Euro
- 6,41 Euro
= 6,57 Euro
Rentenversicherung
Beitrag (393,25 x 9,30 % x 2)
abzüglich Arbeitgeberbeitragsanteil (420,00 x 9,30 %)
Arbeitnehmerbeitragsanteil

73,14 Euro
- 39,06 Euro
= 34,08 Euro
Arbeitslosenversicherung
Beitrag (393,25 x 1,25 % x 2)
abzüglich Arbeitgeberbeitragsanteil (420,00 x 1,25 %)
Arbeitnehmerbeitragsanteil

9,84 Euro
- 5,25 Euro
= 4,59 Euro
Arbeitgeber B:
- regelmäßiges Jahresentgelt
- laufendes Arbeitsentgelt
- SV-Tage

Beitragsberechnung bei Arbeitgeber B
beitragspflichtiges Arbeitsentgelt = ((1,1288588 x 870,00 Euro - 167,51647) x 450,00 Euro) : 870,00 Euro
5.400,00 Euro
450,00 Euro
30


421,34 Euro
Krankenversicherung
Beitrag (421,34 x 7,3 % x 2)
zuzüglich Zusatzbeitrag (421,34 x 0,55 % x 2)
abzüglich Arbeitgeberbeitragsanteil (450,00 x 7,3 %)
abzüglich Arbeitgeberbeitragsanteil (450,00 x 0,55 %)
Arbeitnehmerbeitragsanteil

61,52 Euro
+ 4,64 Euro
- 32,85 Euro
- 2,48 Euro
= 30,83 Euro
Pflegeversicherung
Beitrag (421,34 x 1,525 % x 2)
zusätzlicher Arbeitnehmerbeitrag (421,34 x 0,25 %)
abzüglich Arbeitgeberbeitragsanteil (450,00 x 1,525 %)
Arbeitnehmerbeitragsanteil

12,86 Euro
+ 1,05 Euro
- 6,86 Euro
= 7,05 Euro
Rentenversicherung
Beitrag (421,34 x 9,30 % x 2)
abzüglich Arbeitgeberbeitragsanteil (450,00 x 9,30 %)
Arbeitnehmerbeitragsanteil

78,36 Euro
- 41,85 Euro
= 36,51 Euro
Arbeitslosenversicherung
Beitrag (421,34 x 1,25 % x 2)
abzüglich Arbeitgeberbeitragsanteil (450,00 x 1,25 %)
Arbeitnehmerbeitragsanteil

10,54 Euro
- 5,63 Euro
= 4,91 Euro

Be­schäf­ti­gungs­ver­hält­nis in der Gleit­zo­ne bis 30. Ju­ni 2019

Ar­beits­ent­gelt von 450,01 Eu­ro bis 850,00 Eu­ro

Ein Beschäftigungsverhältnis in der Gleitzone liegt vor, wenn das daraus erzielte Arbeitsentgelt 450,01 Euro bis 850,00 Euro im Monat beträgt und die Grenze von 850,00 Euro im Monat regelmäßig nicht überschreitet.

Für Arbeitnehmer, die eine versicherungspflichtige Beschäftigung mit einem Arbeitsentgelt innerhalb der Gleitzone ausüben, gelten besondere Regelungen für die Ermittlung der Beitragsbemessungsgrundlage sowie für die Beitragstragung zur Kranken-, Pflege-, Renten- und Arbeitslosenversicherung. Zudem sind die Meldungen von Beschäftigungen in der Gleitzone besonders zu kennzeichnen.

Ver­si­che­rungs­recht­li­che Ein­stu­fung durch den Ar­beit­ge­ber

Zu Beginn jedes Beschäftigungsverhältnisses hat der Arbeitgeber seinen Arbeitnehmer versicherungsrechtlich zu beurteilen und unter anderem festzustellen, in welchen Sozialversicherungszweigen Versicherungspflicht besteht. In diesem Zusammenhang ist auch zu prüfen, ob ein Beschäftigungsverhältnis mit einem Arbeitsentgelt in der Gleitzone vorliegt.

Die besonderen beitragsrechtlichen Regelungen zur Gleitzone finden Anwendung, wenn das monatliche Arbeitsentgelt aus der Beschäftigung bzw. bei Bestehen mehrerer Beschäftigungsverhältnisse die hieraus insgesamt erzielten Arbeitsentgelte in der Gleitzone von 450,01 Euro bis 850,00 Euro liegen (§ 20 Absatz 2 SGB IV). Gleitzonenfälle liegen demnach nicht vor, wenn lediglich Teilarbeitsentgelte (z. B. wegen Ablaufs der Entgeltfortzahlung bei Arbeitsunfähigkeit oder bei Beginn bzw. Ende der Beschäftigung im Laufe eines Kalendermonats) innerhalb der Gleitzone liegen.

Bei der Prüfung der Frage, ob das Arbeitsentgelt in der Gleitzone liegt, ist vom regelmäßigen Arbeitsentgelt auszugehen. Dabei ist grundsätzlich auf das Arbeitsentgelt abzustellen, auf das der Arbeitnehmer einen Rechtsanspruch hat (z. B. aufgrund eines Tarifvertrags, einer Betriebsvereinbarung oder einer Einzelabsprache), selbst wenn der Arbeitgeber das Arbeitsentgelt nicht oder erst später zahlt. Wird allerdings ein höheres als vereinbartes Arbeitsentgelt gezahlt, kommt es nicht darauf an, ob ein wirksamer (arbeitsrechtlicher) Anspruch auf das gezahlte Arbeitsentgelt besteht; insoweit löst der Zufluss die Arbeitsentgelteigenschaft und den Beitragsanspruch aus.

Ob die für die Gleitzone maßgebenden Entgeltgrenzen regelmäßig im Monat oder nur gelegentlich unter- oder überschritten werden, ist bei Beginn der Beschäftigung und erneut bei jeder dauerhaften Veränderung in den Verhältnissen (z. B. Erhöhung oder Reduzierung des Arbeitsentgelts) im Wege einer vorausschauenden Betrachtung zu beurteilen. Die hiernach erforderliche Prognose erfordert keine alle Eventualitäten berücksichtigende genaue Vorhersage, sondern lediglich eine ungefähre Einschätzung, welches Arbeitsentgelt – ggf. nach der bisherigen Übung – mit hinreichender Sicherheit zu erwarten ist. Im Prognosezeitpunkt muss davon auszugehen sein, dass sich das Arbeitsentgelt bei normalem Ablauf der Dinge nicht relevant verändert. Grundlage der Prognose können dabei lediglich Umstände sein, von denen in diesem Zeitpunkt anzunehmen ist, dass sie das Arbeitsentgelt bestimmen werden. Solche Umstände können die versicherungs- und beitragsrechtliche Beurteilung dann nicht in die Vergangenheit hinein verändern. Stimmt diese Prognose in Folge nicht sicher voraussehbarer Umstände mit dem späteren Verlauf nicht überein, bleibt die für die Vergangenheit getroffene Feststellung maßgebend. Allerdings kann die nicht zutreffende Prognose Anlass für eine neue versicherungsrechtliche Beurteilung und vorausschauende Jahresbetrachtung sein.

Als Zeitraum, auf den die vorausschauende Betrachtung bei Beschäftigten zu erstrecken ist, wird der Zeitraum eines Zeitjahres (nicht Kalenderjahres) angesehen. Steht bereits zu Beginn der Beschäftigung fest, dass diese nicht mindestens ein Jahr andauern wird, ist ein entsprechend kürzerer Prognosezeitraum anzusetzen.

Übt ein Arbeitnehmer eine Beschäftigung innerhalb der Gleitzone aus, besteht in allen Zweigen der Sozialversicherung grundsätzlich Versicherungspflicht nach den allgemeinen Vorschriften. Die in den einzelnen Versicherungszweigen geltenden versicherungsrechtlichen Regelungen finden uneingeschränkt Anwendung.

Beispiel
monatliches Arbeitsentgelt
Einmalzahlung im November
regelmäßiges monatliches Arbeitsentgelt ((600 x 12 + 300) / 12)
600,00 Euro
300,00 Euro
625,00 Euro
Das regelmäßige monatliche Arbeitsentgelt beträgt voraussichtlich 625,00 Euro. Es handelt sich demnach um einen Gleitzonenfall.
Beispiel
Beschäftigung vom 1. Januar 2019 bis 30. Juni 2019
monatliches Arbeitsentgelt
Einmalzahlung im Juni
regelmäßiges monatliches Arbeitsentgelt ((800 x 6 + 375) / 6)
800,00 Euro
375,00 Euro
862,50 Euro
Das regelmäßige monatliche Arbeitsentgelt beträgt voraussichtlich 862,50 Euro. Es handelt sich demnach nicht um einen Gleitzonenfall.

Bei­trags­pflich­ti­ge Ein­nah­me

Bei Arbeitnehmern, die gegen ein regelmäßiges monatliches Arbeitsentgelt innerhalb der Gleitzone beschäftigt sind, wird in der Kranken-, Pflege-, Renten- und Arbeitslosenversicherung sowie für den kassenindividuellen Zusatzbeitrag der Krankenversicherung für die Berechnung des Beitrags als beitragspflichtige Einnahme nicht das tatsächlich erzielte Arbeitsentgelt zugrunde gelegt, sondern ein Betrag, der nach der Gleitzonenformel berechnet wird.

Für die innerhalb der Gleitzone liegenden Arbeitsentgelte ist auf Basis des Faktors F (2019 = 0,7566) die beitragspflichtige Einnahme bis zum 30. Juni 2019 nach folgender vereinfachter Formel zu ermitteln:

Beitragspflichtige Einnahme = 1,273825 × Arbeitsentgelt - 232,75125

Das Ergebnis der Berechnung ist auf zwei Dezimalstellen zu runden; die zweite Dezimalstelle ist um 1 zu erhöhen, wenn sich in der dritten Dezimalstelle eine der Zahlen 5 bis 9 ergibt.

Aufgrund der Reduzierung des beitragspflichtigen Arbeitsentgelts und daraus folgend des Arbeitnehmerbeitragsanteils, werden der späteren Rentenberechnung für diese Zeit allerdings auch nur die reduzierten Arbeitsentgelte zugrunde gelegt. Arbeitnehmer haben deswegen die Möglichkeit auf die Reduzierung des beitragspflichtigen Arbeitsentgelts zu verzichten und den vollen Arbeitnehmerbeitrag zu zahlen. Durch den Verzicht auf die Anwendung der Gleitzonenregelung können die damit verbundenen rentenvermindernden Auswirkungen in der gesetzlichen Rentenversicherung vermieden werden.

Teilmonate

In Fällen, in denen nicht für einen vollen Kalendermonat Arbeitsentgelt erzielt wird (z. B. wegen Ablaufs der Entgeltfortzahlung bei Arbeitsunfähigkeit oder bei Beginn bzw. Ende der Beschäftigung im Laufe eines Kalendermonats) ist - ausgehend von der monatlichen beitragspflichtigen Einnahme - die anteilige beitragspflichtige Einnahme zu berechnen. Hierfür ist zunächst ausgehend vom anteiligen Arbeitsentgelt das monatliche Arbeitsentgelt zu berechnen.

Monatliches Arbeitsentgelt (monatliche beitragspflichtige Einnahme) = anteiliges Arbeitsentgelt x 30 / Kalendertage

Auf der Grundlage des monatlichen Arbeitsentgelts ist die beitragspflichtige Einnahme nach Maßgabe der Gleitzonenformel zu ermitteln. Anschließend ist diese beitragspflichtige Einnahme entsprechend der Anzahl der Kalendertage, für die eine versicherungspflichtige Beschäftigung besteht, zu reduzieren.

anteilige beitragspflichtige Einnahme = monatliche beitragspflichtige Einnahme x Kalendertage / 30

Dabei ist unerheblich, ob das anteilige Arbeitsentgelt unterhalb der Gleitzone liegt. Für die Anwendung der besonderen Regelungen zur Gleitzone ist in diesen Fällen allein auf das regelmäßige monatliche Arbeitsentgelt abzustellen.

Bei­trags­be­rech­nung

Das Verfahren zur Beitragsberechnung erfolgt in drei Schritten:

1. Gesamtbeitrag für jeden Versicherungszweig:

Der Beitrag wird durch die Anwendung des halben Beitragssatzes auf die beitragspflichtige Einnahme und anschließender Verdoppelung des gerundeten Ergebnisses ermittelt.

Darüber hinaus ist der Beitragszuschlag in der Pflegeversicherung bei Kinderlosigkeit von 0,25 Prozent, der von den Arbeitnehmern alleine zu tragen ist, durch Anwendung des Beitragszuschlags auf die reduzierte beitragspflichtige Einnahme gesondert zu berechnen und dem nach den besonderen beitragsrechtlichen Regelungen für die Gleitzone ermittelten Arbeitnehmerbeitragsanteil hinzuzurechnen.

2. Beitragsanteil des Arbeitgebers:

Der Arbeitgeberbeitragsanteil wird durch Anwendung des halben Beitragssatzes auf das der Beschäftigung zugrunde liegende Arbeitsentgelt ermittelt. Für die Berechnung des Zusatzbeitrags zur Krankenversicherung wird in derselben Weise verfahren. Dabei ist der Arbeitgeberbeitragsanteil für jeden Versicherungszweig eigenständig und nicht in Summe aller halben Beitragssätze zu berechnen.

Für Arbeitnehmer mit einem Beschäftigungsort in Sachsen oder bei einer Versicherungspflicht in der knappschaftlichen Rentenversicherung, sind Besonderheiten zu beachten.

3. Beitragsanteil des Arbeitnehmers:

Der Abzug des jeweiligen Arbeitgeberbeitragsanteils von dem im ersten Schritt für jeden Versicherungszweig, einschließlich des kassenindividuellen Zusatzbeitrags, ermittelten Gesamtbeitrag ergibt den jeweiligen Beitragsanteil des Arbeitnehmers.

Beispiel (voller Monat):
Monatliches Arbeitsentgelt (kinderloser Arbeitnehmer)
(Beitragssatz zur KV 14,6 %, zur PV 3,05 % + 0,25 %, zur RV 18,6 %, zur AloV 2,5 %, Zusatzbeitrag der Knappschaft 1,1 %)

550,00 Euro
beitragspflichtige Einnahme (1,273825 x 550,00 - 232,75125)467,85 Euro
Krankenversicherung
Beitrag (467,85 x 7,3 % x 2)
zuzüglich Zusatzbeitrag (467,85 x 0,55 % x 2)
abzüglich Arbeitgeberbeitragsanteil (550,00 x 7,3 %)
abzüglich Arbeitgeberbeitragsanteil (550,00 x 0,55 %)
Arbeitnehmerbeitragsanteil

68,30 Euro
+ 5,14 Euro
- 40,15 Euro
- 3,03 Euro
= 30,26 Euro
Pflegeversicherung
Beitrag (467,85 x 1,525 % x 2)
zusätzlicher Arbeitnehmerbeitrag (467,85 x 0,25 %)
abzüglich Arbeitgeberbeitragsanteil (550,00 x 1,525 %)
Arbeitnehmerbeitragsanteil

14,26 Euro
+ 1,17 Euro
- 8,39 Euro
= 5,87 Euro
Rentenversicherung
Beitrag (467,85 x 9,30 % x 2)
abzüglich Arbeitgeberbeitragsanteil (550,00 x 9,30 %)
Arbeitnehmerbeitragsanteil

87,02 Euro
- 51,15 Euro
= 35,87 Euro
Arbeitslosenversicherung
Beitrag (467,85 x 1,25 % x 2)
abzüglich Arbeitgeberbeitragsanteil (550,00 x 1,25 %)
Arbeitnehmerbeitragsanteil

11,70 Euro
- 6,88 Euro
= 4,82 Euro


Beispiel (Teilmonat):

Monatliches Arbeitsentgelt (kinderloser Arbeitnehmer)
(Beitragssatz zur KV 14,6 %, zur PV 3,05 % + 0,25 %, zur RV 18,6 %, zur AloV 2,5 %, Zusatzbeitrag der Knappschaft 1,1 %)

Beendigung der Beschäftigung am 2. April 2019

600,00 Euro


April Arbeitsentgelt 40,00 Euro
Einmalzahlung im April 100,00 Euro
beitragspflichtige Einnahme (1,273825 x 700,00 - 232,75125)658,93 Euro
anteilige beitragspflichtige Einnahme vom 1. Aril 2019 bis 2. April 2019
(658,93 x 2 / 30)
43,93 Euro
Krankenversicherung
Beitrag (43,93 x 7,3 % x 2)
zuzüglich Zusatzbeitrag (43,93 x 0,55 % x 2)
abzüglich Arbeitgeberbeitragsanteil (140,00 x 7,3 %)
abzüglich Arbeitgeberbeitragsanteil (140,00 x 0,55 % x 2)
Arbeitnehmerbeitragsanteil

6,42 Euro
+ 0,48 Euro
- 10,22 Euro
- 0,77 Euro
= 0,00 Euro
Pflegeversicherung
Beitrag (43,93 x 1,525 % x 2)
zusätzlicher Arbeitnehmerbeitrag (43,93 x 0,25 %)
abzüglich Arbeitgeberbeitragsanteil (140,00 x 1,525 %)
Arbeitnehmerbeitragsanteil

1,34 Euro
+ 0,11 Euro
- 2,14 Euro
= 0,00 Euro
Rentenversicherung
Versicherungsbeitrag (43,93 x 9,30 % x 2)
abzüglich Arbeitgeberbeitragsanteil (140,00 x 9,30 %)
Arbeitnehmerbeitragsanteil

8,18 Euro
- 13,02 Euro
= 0,00 Euro
Arbeitslosenversicherung
Versicherungsbeitrag (43,93 x 1,25 % x 2)
abzüglich Arbeitgeberbeitragsanteil (140,00 x 1,25 %)
Arbeitnehmerbeitragsanteil

1,10 Euro
- 1,75 Euro
= 0,00 Euro


Bei­trags­be­rech­nung knapp­schaft­li­che Ren­ten­ver­si­che­rung

Für knappschaftlich rentenversicherte Arbeitnehmer wirkt sich die Gleitzonenregelung in gleicher Weise aus, wie bei einem in der allgemeinen Rentenversicherung versicherten Arbeitnehmer (§ 168 Absatz 3 SGB VI). Allerdings ist der vom Arbeitgeber zu tragende Beitragsanteil auf Basis des besonderen Beitragssatzes zur knappschaftlichen Rentenversicherung zu ermitteln. Für die Berechnung der Beitragsanteile ist zunächst der Arbeitnehmerbeitragsanteil zu berechnen, der vom Arbeitnehmer zu tragen wäre, wenn er in der allgemeinen Rentenversicherung versichert wäre. Der Arbeitgeberbeitragsanteil ergibt sich aus der Differenz des Gesamtbeitrags auf der Basis der reduzierten beitragspflichtigen Einnahme und des Beitragssatzes zur knappschaftlichen Rentenversicherung abzüglich des Arbeitnehmerbeitragsanteils.


Beispiel:
Der Arbeitnehmer ist in der knappschaftlichen Rentenversicherung versichert.
(Beitragssatz insgesamt = 24,70 %, Arbeitgeber = 15,40 %, Arbeitnehmer = 9,30 %)
monatliches Arbeitsentgelt 475,00 Euro
beitragspflichtige Einnahme (1,273825 x 475,00 - 232,75125)372,32 Euro
fiktiver Gesamtbeitrag zur allgemeinen Rentenversicherung (372,32 x 9,30 % x 2)  69,26 Euro
abzüglich fiktiver Arbeitgeberanteil zur allgemeinen Rentenversicherung (475,00 x 9,30 %)- 44,18 Euro
Arbeitnehmeranteil zur Rentenversicherung = 25,08 Euro
Versicherungsbeitrag zur knappschaftlichen Rentenversicherung (372,32 x 24,70 %) 91,96 Euro
abzüglich Arbeitnehmeranteil zur Rentenversicherung - 25,08 Euro
Arbeitgeberanteil zur knappschaftlichen Rentenversicherung = 66,88 Euro

Mehr­fach­be­schäf­ti­gung mit ei­nem Ar­beits­ent­gelt in der Gleit­zo­ne

Werden mehrere (ggf. durch Zusammenrechnung) versicherungspflichtige Beschäftigungen ausgeübt, gelten die besonderen Regelungen zur Gleitzone, wenn das insgesamt erzielte Arbeitsentgelt (Gesamtarbeitsentgelt) innerhalb der Gleitzone liegt. Daraus ergibt sich, dass keine versicherungsfreien Beschäftigungen (z. B. als Beamter) berücksichtigt werden.

Bei der Zusammenrechnung der Arbeitsentgelte aus mehreren Beschäftigungen ist zu beachten, dass eine geringfügige Beschäftigung, die neben einer nicht geringfügigen versicherungspflichtigen (Haupt-)Beschäftigung ausgeübt wird, unberücksichtigt bleibt. Werden mehrere geringfügig entlohnte Beschäftigungen neben einer nicht geringfügigen versicherungspflichtigen (Haupt-)Beschäftigung ausgeübt, bleibt diejenige geringfügig entlohnte Beschäftigung von der Zusammenrechnung ausgenommen, die zeitlich zuerst aufgenommen wurde. In der Arbeitslosenversicherung ist eine Zusammenrechnung generell ausgeschlossen.

Werden mehrere versicherungspflichtige Beschäftigungen ausgeübt, deren Arbeitsentgelte in der Summe innerhalb der Gleitzone liegen, sind die für die Berechnung der Arbeitnehmerbeitragsanteile zugrunde zu legenden reduzierten beitragspflichtigen Einnahmen für die einzelnen Beschäftigungen nicht nach der allgemeinen Gleitzonenformel zu ermitteln; in diesen Fällen wird die beitragspflichtige Einnahme für die einzelnen Beschäftigungen auf Grundlage des Gesamtarbeitsentgelts ermittelt und im Verhältnis der jeweiligen Arbeitsentgelte zum Gesamtarbeitsentgelt auf die Beschäftigungen aufgeteilt.

Sofern die Mehrfachbeschäftigung in der Gleitzone für volle Kalendermonate besteht, ist die jeweilige beitragspflichtige Einnahme auf der Grundlage des von den Krankenkassen mitgeteilten Gesamtarbeitsentgelts (für den vollen Kalendermonat = 30 Sozialversicherungstage), wie folgt zu berechnen:

Formel zur Ermittlung der beitragspflichtigen Einnahme bei mehreren Beschäftigungen:

Beitragspflichtige Einnahme =
((1,273825 x GAE - 232,75125) x EAE) / GAE

GAE = Gesamtarbeitsentgelt des Arbeitnehmers, das sich durch die Addition aller Einzelarbeitsentgelte ergibt

EAE = Einzelarbeitsentgelt des Arbeitnehmers aus einer Beschäftigung

In Teilmonaten sind bei der Beitragsberechnung Besonderheiten zu beachten. Bitte beachten Sie diesbezüglich die Ausführungen im Rundschreiben zur Versicherungs-, beitrags- und melderechtlichen Behandlung von Beschäftigungsverhältnissen in der Gleitzone.

Für Abrechnungszeiträume ab dem 1. Januar 2015 haben die Arbeitgeber bei mehrfachbeschäftigten Arbeitnehmern grundsätzlich ohne unmittelbare Beteiligung der Krankenkassen festzustellen, ob die Summe der Arbeitsentgelte aus den einzelnen Beschäftigungsverhältnissen innerhalb der Gleitzone liegt. Ebenfalls ist von den Arbeitgebern bei Anwendung der Gleitzonenregelungen eigenständig das der Beitragsbemessung zugrunde zu legende Gesamtarbeitsentgelt zu ermitteln. Die Arbeitnehmer sind in diesem Zusammenhang nach § 28o Absatz 1 SGB IV dazu verpflichtet, allen beteiligten Arbeitgebern die zur Durchführung des Meldeverfahrens und der Beitragszahlung erforderlichen Angaben zu machen und, soweit erforderlich, Unterlagen vorzulegen.

Beispiel

Bei Arbeitgeber A besteht ein Beschäftigungsverhältnis mit einem monatlichen Entgelt in Höhe von 350,00 Euro.
Das Entgelt bei Arbeitgeber B beträgt 370,00 Euro. Das Gesamtentgelt beträgt demnach 720,00 Euro.
Es besteht Versicherungspflicht, da die beiden an sich geringfügigen Beschäftigungen zusammenzurechnen sind und das Arbeitsentgelt die Geringfügigkeitsgrenze überschreitet. Es liegt eine Mehrfachbeschäftigung mit einem Arbeitsentgelt in der Gleitzone vor. (Der Arbeitnehmer hat keine Kinder.)

Arbeitgeber A:
- regelmäßiges Jahresentgelt
- laufendes Arbeitsentgelt
- SV-Tage

Beitragsberechnung bei Arbeitgeber A:
beitragspflichtiges Arbeitsentgelt = ((1,273825 x 720,00 Euro - 232,75125) x 350,00 Euro) : 720,00 Euro
4.200,00 Euro
350,00 Euro
30


332,70 Euro
Krankenversicherung
Beitrag (332,70 x 7,3 % x 2)
zuzüglich Zusatzbeitrag (332,70 x 0,55 % x 2)
abzüglich Arbeitgeberbeitragsanteil (350,00 x 7,3 %)
abzüglich Arbeitgeberbeitragsanteil (350,00 x 0,55 %)
Arbeitnehmerbeitragsanteil

48,58 Euro
+ 3,66 Euro
- 25,55 Euro
- 1,93 Euro
= 24,76 Euro
Pflegeversicherung
Beitrag (332,70 x 1,525 % x 2)
zusätzlicher Arbeitnehmerbeitrag (332,70 x 0,25 %)
abzüglich Arbeitgeberbeitragsanteil (350,00 x 1,525 %)
Arbeitnehmerbeitragsanteil

10,14 Euro
+ 0,83 Euro
- 5,34 Euro
= 5,63 Euro
Rentenversicherung
Beitrag (332,70 x 9,30 % x 2)
abzüglich Arbeitgeberbeitragsanteil (350,00 x 9,30 %)
Arbeitnehmerbeitragsanteil

61,88 Euro
- 32,55 Euro
= 29,33 Euro
Arbeitslosenversicherung
Beitrag (332,70 x 1,25 % x 2)
abzüglich Arbeitgeberbeitragsanteil (350,00 x 1,25 %)
Arbeitnehmerbeitragsanteil

8,32 Euro
- 4,38 Euro
= 3,94 Euro
Arbeitgeber B:
- regelmäßiges Jahresentgelt
- laufendes Arbeitsentgelt
- SV-Tage

Beitragsberechnung bei Arbeitgeber B
beitragspflichtiges Arbeitsentgelt = ((1,273825 x 720,00 Euro - 232,75125) x 370,00 Euro) : 720,00 Euro
4.400,00 Euro
370,00 Euro
30


351,71 Euro
Krankenversicherung
Beitrag (351,71 x 7,3 % x 2)
zuzüglich Zusatzbeitrag (351,71 x 0,55 % x 2)
abzüglich Arbeitgeberbeitragsanteil (370,00 x 7,3 %)
abzüglich Arbeitgeberbeitragsanteil (370,00 x 0,55 %)
Arbeitnehmerbeitragsanteil

51,34 Euro
+ 3,86 Euro
- 27,01 Euro
- 2,04 Euro
= 26,15 Euro
Pflegeversicherung
Beitrag (351,71 x 1,525 % x 2)
zusätzlicher Arbeitnehmerbeitrag (351,71 x 0,25 %)
abzüglich Arbeitgeberbeitragsanteil (370,00 x 1,525 %)
Arbeitnehmerbeitragsanteil

10,72 Euro
+ 0,88 Euro
- 5,64 Euro
= 5,96 Euro
Rentenversicherung
Beitrag (351,71 x 9,30 % x 2)
abzüglich Arbeitgeberbeitragsanteil (370,00 x 9,30 %)
Arbeitnehmerbeitragsanteil

65,42 Euro
- 34,41 Euro
= 31,01 Euro
Arbeitslosenversicherung
Beitrag (351,71 x 1,25 % x 2)
abzüglich Arbeitgeberbeitragsanteil (370,00 x 1,25 %)
Arbeitnehmerbeitragsanteil

8,80 Euro
- 4,63 Euro
= 4,17 Euro

Ver­zicht auf die Re­du­zie­rung des Ar­beit­neh­mer­bei­trags

In der Rentenversicherung richtet sich die Höhe der Rentenansprüche nach dem beitragspflichtigen Arbeitsentgelt. Aufgrund der Reduzierung des beitragspflichtigen Arbeitsentgelts und daraus folgend des Arbeitnehmerbeitragsanteils bei Beschäftigungen in der Gleitzone werden der späteren Rentenberechnung für diese Zeit auch nur die reduzierten Arbeitsentgelte zugrunde gelegt. Das heißt, aufgrund des reduzierten Arbeitnehmerbeitrags erwirbt der Beschäftigte reduzierte Rentenanwartschaften.

Versicherungspflichtige Arbeitnehmer, die Beschäftigungen in der Gleitzone ausüben, haben in der Rentenversicherung die Möglichkeit, auf die Reduzierung des beitragspflichtigen Arbeitsentgelts zu verzichten und den vollen Arbeitnehmerbeitrag zu zahlen (§ 163 Absatz 10 Satz 6 SGB VI). Durch den Verzicht auf die Anwendung der besonderen Regelungen zur Gleitzone können die damit verbundenen rentenmindernden Auswirkungen in der gesetzlichen Rentenversicherung vermieden werden. Hierzu muss der Arbeitnehmer gegenüber dem Arbeitgeber schriftlich erklären, dass der Beitragsberechnung als beitragspflichtige Einnahme das tatsächliche Arbeitsentgelt zugrunde gelegt werden soll. Die Erklärung kann jedoch nur für die Zukunft und bei mehreren Beschäftigungen nur einheitlich abgegeben werden. Es bestehen keine Bedenken, den Verzicht auf die Reduzierung des Arbeitnehmerbeitrags beitragsrechtlich nicht taggenau, sondern aus Vereinfachungsgründen für die Entgeltabrechnung erst vom Beginn des auf die Abgabe der Erklärung folgenden Kalendermonats an zu berücksichtigen. Geht die Verzichtserklärung innerhalb von zwei Wochen nach Aufnahme der Beschäftigung beim Arbeitgeber ein, wirkt sie auf den Beginn der Beschäftigung zurück, falls der Arbeitnehmer dies wünscht. Die Erklärung bleibt für die Dauer der Beschäftigung(en) bindend (§ 163 Absatz 10 Satz 7 SGB VI) und ist zu den Entgeltunterlagen zu nehmen (§ 8 Absatz 2 Nummer 5 BVV).

Die Möglichkeit, auf die Anwendung der Gleitzonenregelung zu verzichten, ist in der Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung nicht vorgesehen.

Aus­nah­men

Die besonderen Regelungen zur Gleitzone bzw. zum Übergangsbereich gelten nicht für die folgenden Personenkreise:

  • Zur Berufsausbildung Beschäftigte (z. B. Auszubildende, Praktikanten, Teilnehmer an dualen Studiengängen),
  • Umschüler, die den zu ihrer Berufsausbildung Beschäftigten gleichgestellt sind, wenn die Umschulung für einen anerkannten Ausbildungsberuf erfolgt und nach Vorschriften des Berufsbildungsgesetzes durchgeführt wird,
  • Teilnehmer am freiwilligen sozialen oder ökologischen Jahr,
  • Teilnehmer am Bundesfreiwilligendienst,
  • Beschäftigte, für deren Beitragsberechnung fiktive Arbeitsentgelte zugrunde gelegt werden (z. B. bei der Beschäftigung von Menschen mit Behinderung in anerkannten Werkstätten für Menschen mit Behinderung, bei Mitgliedern geistlicher Genossenschaften, Diakonissen und Angehörige ähnlicher Gemeinschaften),
  • Für mehr als geringfügige versicherungspflichtige Beschäftigung, die neben einer Beschäftigung zur Berufsausbildung, einer Teilnahme an einem freiwilligen sozialen bzw. freiwilligen ökologischen Jahr oder einem Bundesfreiwilligendienst ausgeübt wird.

Mel­dung zur So­zi­al­ver­si­che­rung

An­ga­ben für Mel­de­zeiträu­me ab dem 1. Ju­li 2019:

Entgeltmeldungen, die ausschließlich Zeiträume ab dem 1. Juli 2019 umfassen und einen Entgeltabrechnungszeitraum innerhalb des Übergangsbereichs enthalten, sind wie folgt zu kennzeichnen:
1 =monatliche Arbeitsentgelte durchgehend innerhalb des Übergangsbereichs (tatsächliche Arbeitsentgelte in allen Entgeltabrechnungszeiträumen von 450,01 Euro bis 1.300,00 Euro),
2 =monatliche Arbeitsentgelte sowohl innerhalb als auch außerhalb des Übergangsbereichs (Meldung umfasst sowohl Entgeltabrechnungszeiträume mit Arbeitsentgelten von 450,01 Euro bis 1.300,00 Euro als auch solche mit Arbeitsentgelten unter 450,01 Euro und/oder über 1.300,00 Euro).
In den Meldungen ist zusätzlich zur Angabe der reduzierten beitragspflichtigen Einnahme im neuen Feld „Entgelt Rentenberechnung“ das tatsächliche Arbeitsentgelt zu erfassen. Sofern eine Entgeltmeldung auch Beschäftigungszeiten außerhalb des Übergangsbereichs umfasst, fließen aus diesen Beschäftigungszeiten die beitragspflichtigen Arbeitsentgelte in das der Rentenberechnung zugrunde zu legende Arbeitsentgelt des Feldes „Entgelt Rentenberechnung“ ein.

An­ga­ben für Mel­de­zeiträu­me vor dem 1. Ju­li 2019:

Entgeltmeldungen, die ausschließlich Zeiträume vor dem 1. Juli 2019 umfassen und einen Entgeltabrechnungszeitraum innerhalb der Gleitzone enthalten, sind wie folgt zu kennzeichnen:
0 =Verzicht auf die Anwendung der Gleitzone,
1 =monatliche Arbeitsentgelte durchgehend innerhalb der Gleitzone (tatsächliche Arbeitsentgelte in allen Entgeltabrechnungszeiträumen von 450,01 Euro bis 850,00 Euro),
2 =monatliche Arbeitsentgelte sowohl innerhalb als auch außerhalb der Gleitzone (Meldung umfasst sowohl Entgeltabrechnungszeiträume mit Arbeitsentgelten von 450,01 Euro bis 850,00 Euro als auch solche mit Arbeitsentgelten unter 450,01 Euro und/oder über 850,00 Euro).
Es erfolgt keine Angabe im neuen Feld „Entgelt Rentenberechnung“.


An­ga­ben für Mel­de­zeiträu­me, die über den 30. Ju­ni 2019 hin­aus­ge­hen:

In Entgeltmeldungen, die Zeiträume umfassen, die über den 30. Juni 2019 hinausgehen, ist für Beschäftigungen in der Gleitzone bzw. im Übergangsbereich beim Kennzeichen „Midijob“ folgendes vorzugeben:
1 =monatliche Arbeitsentgelte durchgehend vor dem 1. Juli 2019 in der Gleitzone bzw. nach dem 30. Juni 2019 im Übergangsbereich,
2 =monatliche Arbeitsentgelte vor dem 1. Juli 2019 sowohl innerhalb als auch außerhalb der Gleitzone bzw. nach dem 30. Juni 2019 sowohl innerhalb als auch außerhalb des Übergangsbereichs.

Dabei ist in Entgeltmeldungen für Beschäftigungen in der Gleitzone, in denen auf die Reduzierung des Arbeitnehmerbeitrags in der Rentenversicherung verzichtet worden ist, die über den 30. Juni 2019 hinaus mit einem Entgelt im Übergangsbereich fortgeführt wurden, das Kennzeichen „2“ zu verwenden.

Zusätzlich zum beitragspflichtigen Entgelt ist das Entgelt anzugeben, das der Rentenberechnung zu Grunde liegt. Dabei handelt es sich im Jahr 2019 für Beschäftigungen in der Gleitzone vor dem 1. Juli 2019 um das verminderte beitragspflichtige Entgelt (Gleitzonen-Entgelt) und für Beschäftigungen im Übergangsbereich nach dem 30. Juni 2019 um das tatsächliche Entgelt.

Sofern die Meldungen auch Zeiträume umfasst, in denen keine Beschäftigung in der Gleitzone/ im Übergangsbereich vorlag, fließen aus diesen Beschäftigungszeiten die beitragspflichtigen Arbeitsentgelte in die zusätzliche Angabe des der Rentenversicherung zu Grunde zu legende Entgelt ein.

In den oben genannten Fällen können Arbeitgeber für diese Beschäftigungen eine Abmeldung mit dem beitragspflichtigen Entgelt und dem Abgabegrund „33“ zum 30. Juni 2019 sowie eine Anmeldung mit Abgabegrund „13“ zum 1. Juli 2019 vornehmen. Eine Verpflichtung zur Abgabe dieser Meldung besteht jedoch nicht.


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