Zecken aktiv: Deutlich mehr FSME-Fälle in Hessen

Vorsicht vor Zecken

Vorsicht vor Zecken

Die Zahl der FSME-Risikogebiete sowie der Erkrankungen durch Zeckenbisse steigt. Deutschlandweit wurden im vergangenen Jahr 693 Fälle der als Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) bezeichneten Hirnhautentzündung registriert.

Sie lauern in Wäldern, im Gebüsch oder auf Grashalmspitzen und überstehen den Frost schadlos. Zecken werden schon bei geringen Plusgraden aktiv und mit steigenden Temperaturen unverschämt anhänglich. Während der Schwerpunkt der FSME-Erkrankungen in Süddeutschland liegt, übertragen die Zecken bundesweit Borreliose.

Deutschlandweit gibt es mindestens 19 Arten von Schildzecken. Für die meisten Erkrankungen verantwortlich ist der gemeine Holzbock, auch die Auwaldzecke breitet sich zunehmend aus. Über Zugvögel gelangen zudem vermehrt Tropenzecken nach Deutschland, die Fleckfieber übertragen können. Die meisten Krankheitsübertragungen gibt es laut KNAPPSCHAFT zwischen Mai und Oktober. Um die Gefahr zu mindern, sollten Wald- und Wanderwege nicht verlassen und höherer Graswuchs gemieden werden. Die Blutsauger platzieren sich gerne auf besonnten Gräsern und Zweigen.

23 ausgewiesene FSME-Risikoregionen

Fast 90 Prozent der bekannten FSME-Infektionsorte entfallen auf Baden-Württemberg und Bayern, berichtet die Krankenkasse KNAPPSCHAFT. Doch auch in Südhessen und Südostthüringen besteht erhöhte Infektionsgefahr. 2025 registrierte das Robert-Koch-Institut (RKI) elf Fälle in Thüringen. In Hessen sind mit 25 Fällen zweieinhalbmal so viel wie 2024 (zehn) erfasst worden.

Als jüngstes von 23 Risikogebieten in Hessen und Thüringen ist zuletzt 2024 der Kreis Altenburger Land als Zecken-Risikogebiet ausgewiesen worden. Thüringen zählt insgesamt 13 Regionen: die Kreise Hildburghausen, Ilm-Kreis, Saale-Holzland, Saale-Orla, Saalfeld-Rudolstadt, Gera, Schmalkalden-Meiningen, Sonneberg sowie Weimar-Land und die Stadtkreise Gera, Jena und Suhl. In Hessen gibt es zehn Risikogebiete: die Landkreise Bergstraße, Darmstadt-Dieburg, Fulda, Groß-Gerau, Main-Kinzig, Marburg-Biedenkopf, Odenwald und Offenbach sowie die Städte Darmstadt und Offenbach.

Trotz der Impfempfehlung gegen FSME in Risikogebieten sind dort fast 98 Prozent der Betroffenen nicht oder unzureichend geimpft, so das Robert-Koch-Institut (RKI). Die Wahrscheinlichkeit einer FSME-Übertragung liege in diesen Regionen bei 1 : 50 bis 1 : 100. Bei einem Drittel der Fälle drohen nicht nur Fieber mit grippeähnlichen Symptomen. FSME kann die Hirnhäute befallen, in schweren Fällen auch Gehirn und Rückenmark. Gefährdet und häufiger von schweren Verläufen betroffen sind Personen im Alter von über 60. Etwa ein Prozent der extremeren Erkrankungen enden tödlich. Das waren laut Statistischem Bundesamt 2024 neun Fälle. Im vergangenen Jahr gab es keine nachgewiesenen Todesfälle.

KNAPPSCHAFT übernimmt Impfkosten generell

Auch die nicht in allen Bundesländern meldepflichtige Borreliose, gegen die kein Impfschutz existiert, kann von den Blutsaugern übertragen werden. Diese Infektion wird mit Antibiotika behandelt. Bundesweit ist etwa jede Fünfte Zecke Bakterienträger. Charakteristisches Zeichen für eine Infektion ist zumeist eine ringförmige Rötung um die Bissstelle, mahnt die KNAPPSCHAFT. Infektionen, die vielfach lange unbemerkt verlaufen, lösen Nervenschmerzen- und Entzündungen aus. Betroffene fühlen sich dann beständig abgeschlagen, haben Schweißausbrüche, Fieber oder fortdauernde Gelenk- und Muskelschmerzen. Hessenweit wurden in den ersten neun Monates des Jahres 2025 fast 20.000 Borreliose-Übertragungen registriert. 2024 mussten deutschlandweit 4830 Menschen wegen schwerer Borreliose-Verläufe behandelt werden, 15 verstarben daran.

FSME kann nur begrenzt behandelt werden. Die KNAPPSCHAFT hat auf die fortschreitende Ausdehnung der Zeckenrisikogebiete reagiert und erstattet die Impfkosten generell. Versicherte können sich bundesweit impfen lassen, nicht nur, wenn sie in Risikogebieten wohnen oder sich dort länger, etwa für einen Urlaub aufhalten. Für die Grundimmunisierung sind drei Impfungen erforderlich; je nach Alter sind alle drei bis fünf Auffrischungsimpfungen erforderlich. In Hessen etwa sind seit 2002 16 Prozent der FSME-Infektionen außerhalb ausgewiesener Risikogebiete aufgetreten.

Tipps der KNAPPSCHAFT gegen Zeckenbisse

•          Schutz bietet geschlossene Kleidung, lange Hosen und langärmelige Shirts. Auf heller Kleidung fallen die Krabbeltiere schneller auf.

•          Direkt nach dem Ausflug in der freien Natur sorgfältig schauen, ob sich irgendwo am Körper eine Zecke festgesetzt hat.

•          Gerade bei Borreliose ist das frühzeitige Entfernen der Zecken wichtig. Blutsauger mit Borrelien übertragen die Bakterien erst mit einer Verzögerung von zwölf bis 24 Stunden.

 

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