KNAPPSCHAFT: Bessere Versorgung bei Osteoporose

Ein Jahr nach dem Start in Hessen könnte auch in Thüringen das Disease-Management-Programm (DMP) Osteoporose Einzug in die Versorgung halten. Die Verträge werden vorbereitet; voraussichtlich zum 01. April 2026 könnten dann auch Versicherte von einer bedarfsgerechten, sektorenübergreifende Versorgung profitieren. Nach Angaben der KNAPPSCHAFT verbessert das Programm die Lebensqualität der Betroffenen, darunter mehrere Tausend Versicherte der KNAPPSCHAFT in den beiden Bundesländern.

Patientinnen und Patienten mit gesicherter Diagnose einer medikamentös behandlungsbedürftigen Osteoporose können sich in einem strukturierten Behandlungsprogramm (Disease-Management-Programm, DMP) sektorenübergreifend und leitliniengerecht versorgen lassen. Die Kassenärztliche Vereinigung Hessen (KVH) und die gesetzlichen Krankenkassen in Hessen haben die Vereinbarung bereits im Frühjahr 2025 geschlossen. Hausärztinnen und Hausärzte sowie Fachärztinnen und -ärzte der Orthopädie und Unfallchirurgie, die aktiv an dem Programm mitwirken, haben sich für Patientenbetreuung und Schulungen zum besseren Umgang mit der Erkrankung registrieren und zertifizieren lassen. Zum Start im April 2025 beteiligten sich zunächst drei Krankenhäuser und zwei Reha-Kliniken am Programm.

„Das DMP-Angebot Osteoporose trägt gezielt zur Verbesserung der Versorgung der Betroffenen bei“, unterstreicht Claudia Ackermann, Leiterin der vdek-Landesvertretung Hessen stellvertretend für die GKV in Hessen. Eine strukturierte und leitliniengerechte Behandlung führe zu einer passgenauen sektorenübergreifenden Versorgung über Einrichtungsgrenzen hinweg. Das Programm eröffne den Zugang zu einer koordinierten medizinischen Behandlung auf dem aktuellen wissenschaftlichen Forschungsstand.

„Durch einen engmaschigen Kontakt mit der koordinierenden Ärztin oder dem Arzt wird der Gesundheitszustand kontrolliert. So lässt sich die Knochendichte mit einer optimalen medikamentösen Einstellung sowie einer gezielten Anpassung des Lebensstils, insbesondere in den Bereichen Ernährung und Bewegung, wieder allmählich verbessern“, ergänzt Dr. Isabella Erb-Herrmann vom Vorstand der AOK Hessen.

Osteoporose, umgangssprachlich auch Knochenschwund genannt, ist eine Stoffwechselerkrankung der Knochen, bei der mehr Knochengewebe ab- als wiederaufgebaut wird. Durch die Abnahme von Knochenmasse werden die Knochen dünner und poröser. Die Gefahr von Brüchen steigt. An Osteoporose erkranken mehr Frauen als Männer. Um sich im Disease-Management-Programm Osteoporose einzuschreiben, gilt für Frauen und Menschen mit unbestimmtem oder diversem Geschlecht ein Mindestalter von 50 Jahren, für Männer von 60 Jahren.

Disease-Management-Programme (DMP) sind strukturierte Behandlungsprogramme. Sie sollen eine sektorenübergreifende, systematische Versorgung chronisch Kranker ermöglichen. 2020 hat der Gemeinsame Bundesausschuss die Programminhalte und Teilnahmekriterien für das DMP Osteoporose festgelegt. Das Programm soll das Fortschreiten der Erkrankung verhindern, Stürze und damit einhergehende Frakturen vermeiden, die Beweglichkeit erhalten und verbessern sowie Schmerzen reduzieren. Ziel ist eine selbstbestimmte Lebensführung und eine bessere Lebensqualität der Betroffenen. Außerdem werden die Teilnehmenden im Rahmen des Programms besonders darin geschult, wie sie neben der medikamentösen Therapie zum Erhalt ihrer Mobilität und Lebensqualität beitragen können.