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Arbeiten im Ausland - Entsendung

Ist eine Person in Deutschland beschäftigt, gelten für sie die deutschen Rechtsvorschriften über die Versicherungspflicht in der Kranken-, Pflege-, Renten-, Arbeitslosen- und Unfallversicherung (§ 3 Nummer 1 SGB IV) und zwar unabhängig von der Staatsangehörigkeit der betroffenen Person. Dies ist das sogenannte Territorialitätsprinzip; das bedeutet, dass das deutsche Sozialversicherungsrecht auf deutschem Hoheitsgebiet - dem räumlichen Geltungsbereich des Sozialgesetzbuches - anzuwenden ist.

Wird ein Arbeitnehmer von seinem Arbeitgeber ins Ausland entsandt, ist die Beurteilung, welche Rechtsvorschriften Anwendung finden, schwieriger. Um eine Entsendung handelt es sich, wenn sich der Beschäftigte auf Weisung seines inländischen Arbeitgebers vom Inland ins Ausland begibt, um dort seine Beschäftigung auszuüben. Für den Arbeitnehmer müssen u.a. entweder vor dem Einsatz im anderen EU-Staat mindestens für einen Monat die deutschen Rechtsvorschriften gegolten oder er muss in Deutschland seinen Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthaltsort gehabt haben.

Keine Entsendung liegt vor, wenn der Arbeitnehmer im Ausland wohnt und von einem deutschen Unternehmen für eine Tätigkeit in seinem Heimatland oder einem anderen Land eingestellt wird.

Die Beschäftigung kann nur dann als Entsendung angesehen werden, wenn die Auslandstätigkeit im Voraus befristet ist. Dies kann durch einen Vertrag oder durch die Eigenart der Aufgabe geschehen. Die zulässige Dauer ergibt sich aus den jeweils gültigen Rechtsvorschriften.

Unter bestimmten Voraussetzungen gelten bei einer Entsendung die deutschen Rechtsvorschriften fort. Es kann aber auch zu einer Versicherungspflicht im Ausland kommen oder evtl. entsteht eine Doppelversicherungspflicht (Versicherungspflicht in Deutschland und im Ausland). Bei Beschäftigungen mit Auslandsbezug muss daher geprüft werden, welche Rechtsvorschriften Anwendung finden.



Dabei ist von Bedeutung, in welches Land der Arbeitnehmer entsandt wird, da das anzuwendende Recht von der Rechtsbeziehung der beteiligten Staaten abhängig ist.

Man unterscheidet:




Zuständige Stelle

Je nach Versicherungsstatus des Arbeitnehmers, sind in Deutschland unterschiedliche Stellen für die Prüfung der Voraussetzungen und die Ausstellung der entsprechenden Bescheinigung zuständig. Die nachfolgende Tabelle soll Ihnen einen Überblick über den jeweils zuständigen Ansprechpartner geben:


Allgemeine Zuständigkeit
Der Arbeitnehmer ist...Ihr Ansprechpartner ist...
- gesetzlich krankenversichert (pflicht- oder freiwillig versichert, familienversichert, Rentner, Student, Minijobber)- die gesetzliche Krankenkasse
- nicht gesetzlich krankenversichert - der für den Arbeitnehmer zuständige Rentenversicherungsträger
- nicht gesetzlich krankenversichert und aufgrund seiner Mitgliedschaft in einer berufsständischen Versorgungseinrichtung von der Rentenversicherungspflicht befreit - die Arbeitsgemeinschaft berufsständischer Versorgungseinrichtungen e.V., Postfach 080254, 10002 Berlin

Zuständige Stelle im Hause der Knappschaft-Bahn-See


Der Arbeitnehmer ist...und wird entsandt...Ihr Ansprechpartner im Hause der KBS ist die:
- gesetzlich bei der Knappschaft krankenversichert- in einen Mitgliedstaat- Knappschaft
Fachzentrum für Versicherung und Beitrag
45095 Essen
- gesetzlich bei der Knappschaft krankenversichert- auf ein Schiff unter der Flagge eines anderen Mitgliedstaats- Knappschaft
Dezernat VII.1.5
Millerntorplatz 1
20359 Hamburg
- gesetzlich bei der Knappschaft krankenversichert- in einen Abkommenstaat- Knappschaft
Dezernat I.4.3
44781 Bochum
- gesetzlich bei der Knappschaft krankenversichert- in das vertragslose Ausland- Knappschaft
Dezernat VII.1.5
Millerntorplatz 1
20359 Hamburg
- nicht gesetzlich krankenversichert aber die KBS ist der zuständige Rentenversicherungsträger- in einen Mitgliedstaat
- in einen Abkommenstaat
- in das vertragslose Ausland

- Deutsche Rentenversicherung
Knappschaft-Bahn-See
Dezernat VII.1.5

Millerntorplatz 1
20359 Hamburg





Abschluss einer Ausnahmevereinbarung

In bestimmten Fällen, in denen die Voraussetzungen der EG- oder EWG-Verordnungen bzw. der bilateralen Abkommen nicht erfüllt sind, besteht gegebenenfalls die Möglichkeit, dass die deutschen Rechtsvorschriften mit Hilfe einer Ausnahmevereinbarung weitergelten. Eine solche Ausnahmevereinbarung kann bei der Deutschen Verbindungsstelle Krankenversicherung - Ausland (DVKA) gemeinsam von Arbeitgeber und Arbeitnehmer beantragt werden. Der Antrag sollte rechtzeitig vor Aufnahme der Beschäftigung gestellt werden.

Weitere Informationen zur Ausnahmevereinbarung sowie die nötigen Formulare finden Sie auf der Internetseite der DVKA.


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