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Aufwendungen für den Zuschuss zum Mutterschaftsgeld

Werdende Mütter dürfen in den letzten sechs Wochen vor der Entbindung nicht beschäftigt werden, es sei denn, dass sie sich zur Arbeitsleistung ausdrücklich bereit erklären. Die Erklärung kann jederzeit widerrufen werden.

Um den Beginn der Schutzfrist zu ermitteln, benötigt der Arbeitgeber das Zeugnis eines Arztes oder Hebamme über den mutmaßlichen Entbindungstag. Der Arbeitgeber teilt der werdenden Mutter mit, wann die Schutzfrist beginnt. Findet die Entbindung früher oder später als erwartet statt, verkürzt oder verlängert sich die Schutzfrist entsprechend. Der einmal ermittelte Beginn der Schutzfrist bleibt unverändert, auch dann, wenn sich der Arzt oder die Hebamme über den Zeitpunkt der Entbindung geirrt hat. Wird während der Schwangerschaft ein neues Zeugnis mit abweichendem mutmaßlichen Entbindungstag ausgestellt, ist der Beginn der Schutzfrist jedoch neu zu ermitteln.

Die Schutzfrist nach der Entbindung beträgt in der Regel acht Wochen. Bei Früh- und Mehrlingsgeburten und bei Kindern mit Behinderung zwölf Wochen und beginnt am Tag nach der Entbindung. Eine Beschäftigung ist in dieser Zeit generell ausgeschlossen, da hier ein absolutes Beschäftigungsverbot gilt

Tipp: Berechnen Sie die gesetzliche Schutzfrist der (werdenden) Mutter vor und nach der Entbindung mit unserem Online-Rechner Mutterschutzfristen.


Frauen, die in der gesetzlichen Krankenversicherung aufgrund einer versicherungspflichtigen Beschäftigung Mitglied sind oder deren Arbeitsverhältnis während der Schwangerschaft zulässig durch den Arbeitgeber aufgelöst wurde, erhalten während der Schutzfristen nach dem Mutterschutzgesetz Mutterschaftsgeld von der zuständigen Krankenkasse. Arbeitnehmerinnen, die Mitglied der Knappschaft sind, können sich bei der zuständigen Geschäftsstelle der Knappschaft beraten lassen und dort das Mutterschaftsgeld beantragen.

Für die Zeit der Schutzfristen nach dem Mutterschutzgesetz ist der Arbeitgeber zur Zahlung des Zuschusses zum Mutterschaftsgeld verpflichtet. Der Zuschuss zum Mutterschaftsgeld entspricht dem Differenzbetrag zwischen dem Mutterschaftsgeldhöchstanspruch für Mitglieder der gesetzlichen Krankenversicherung (13,00 Euro je Kalendertag) und dem durchschnittlichen kalendertäglichen Nettoarbeitsentgelt der Arbeitnehmerin. Einmalzahlungen, wie Weihnachts- oder Urlaubsgeld, bleiben unberücksichtigt.

Die Erstattung der Arbeitgeberaufwendungen kommt daher nur bei Frauen zum Tragen, die regelmäßig ein Nettoarbeitsentgelt von mehr als 390,00 Euro monatlich erhalten. Beispielsweise beträgt der Zuschuss bei einer Minijobberin,

  • die monatlich 450,00 Euro verdient, im Regelfall 2,00 Euro je Kalendertag,
  • die monatlich 400,00 Euro verdient, im Regelfall 0,33 Euro je Kalendertag.

Die Erstattung beträgt 100 Prozent des Arbeitgeberzuschusses zum Mutterschaftsgeld während der Schutzfristen vor und nach der Entbindung. Darüber hinaus erbrachte Leistungen des Arbeitgebers werden nicht erstattet.

Die Arbeitnehmerin ist mit Beginn der Schutzfrist nicht abzumelden. Während des gesamten Zeitraums der Schutzfrist ist eine Unterbrechungsmeldung wegen des Bezugs von Entgeltersatzleistungen (Meldegrund 51) erforderlich.

Hinweis: Für die Erstattung der Aufwendungen des Zuschusses zum Mutterschaftsgeld benötigen wir den mutmaßlichen Entbindungstag. Übermitteln Sie diesen gleich bei der Antragsstellung.

Ist die Arbeitnehmerin bei mehreren Arbeitgebern beschäftigt, ist Folgendes zu beachten:

Überschreitet das Gesamtnettoarbeitsentgelt aus den Beschäftigungsverhältnissen den Betrag von kalendertäglich 13,00 Euro, haben sich alle Arbeitgeber an dem Zuschuss zum Mutterschaftsgeld in dem Verhältnis zu beteiligen, in dem die Nettoarbeitsentgelte aus den verschiedenen Arbeitsverhältnissen zueinander stehen. Das gilt auch dann, wenn schon das Arbeitsentgelt aus einer Beschäftigung höher als 13,00 Euro kalendertäglich sein würde.

Tipp: Berechnen Sie die Höhe des Arbeitgeberzuschusses zum Mutterschaftsgeld bei einer oder mehreren Beschäftigungen mit unserem Online-Mutterschaftsrechner.



Beispiel:
Bei der Ermittlung des kalendertäglichen Nettoarbeitsentgelts werden die Nettoarbeitsentgelte aller Beschäftigungen aus den letzten drei abgerechneten Kalendermonaten vor Beginn der Schutzfrist berücksichtigt.
Hauptbeschäftigung Nebenjob
Monat 12.038,07 Euro390,00 Euro
Monat 2
2.040,12 Euro400,00 Euro
Monat 3
2.120,43 Euro385,50 Euro
Insgesamt 6.198,62 Euro 1.175,50 Euro
Verhältnis der Entgelte zueinander 84,06 Prozent15,94 Prozent
Die Beschäftigungsentgelte stehen im Verhältnis 84,06 Prozent zu 15,94 Prozent zueinander.
Berechnung des kalendertäglichen Nettoarbeitsentgelts:
Hauptbeschäftigung:6.198,62 Euro / 90 Tage= 68,87 Euro
Minijob:
1.175,50 Euro / 90 Tage= 13,06 Euro
Insgesamt: 81,93 Euro
Von diesem Betrag sind 13,00 Euro (ggf. fiktives) Mutterschaftsgeld in Abzug zu bringen. Der kalendertägliche Zuschuss beträgt daher 68,93 Euro und ist wie folgt aufzuteilen:
Hauptbeschäftigung: 68,93 Euro x 84,06 Prozent= 57,94 Euro
Minijob: 68,93 Euro x 15,94 Prozent= 10,99 Euro




Privat- oder familienversicherte Arbeitnehmerinnen erhalten auf Antrag ein Mutterschaftsgeld von höchstens 210,00 Euro für die Zeit der Schutzfristen vom Bundesversicherungsamt.

Entsprechende Informationen sowie Antragsformulare sind beim

Bundesversicherungsamt
- Mutterschaftsgeldstelle -
Friedrich-Ebert-Allee 38
53113 Bonn

Telefon: 0228 619-1888
Telefax: 0228 619-1877

E-Mail: mutterschaftsgeldstelle@bva.de
Internet: www.mutterschaftsgeld.de

erhältlich.


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