Navigation und Service

Government Site Builder Standardlösung (Link zur Startseite)


Fragen an die Seemannskasse

Fragen, die uns oft gestellt werden haben wir hier für Sie in einem Fragenkatalog zusammengestellt. Klicken Sie einfach in die unten angefügten Fragen und Sie werden zur entsprechenden Antwort geführt.

Darf ich noch etwas dazu verdienen, wenn ich Überbrückungsgeld bekomme?

Neben dem Bezug von Überbrückungsgeld kann an Land gearbeitet werden. Die Höhe des Verdienstes ist dabei nicht entscheidend. Ein Anspruch auf Überbrückungsgeld besteht grundsätzlich nicht, solange ein Anspruch auf Arbeitslosengeld I besteht. Darum muss nach dem Ausscheiden aus der Seefahrt ein bestehender Anspruch auf Arbeitslosengeld I zunächst ausgeschöpft werden, bevor das Überbrückungsgeld einsetzen kann. Das Arbeitslosengeld I kann allerdings nur in Anspruch genommen werden, wenn keine versicherungspflichtige Beschäftigung oder selbständige Tätigkeit an Land ausgeübt wird. Auch durch eine Landbeschäftigung kann bei anschließender Arbeitslosigkeit ein Anspruch auf Arbeitslosengeld I entstehen. Ist dies der Fall, fällt das Überbrückungsgeld weg oder es wird bei entsprechend niedrigem Arbeitslosengeld I der Differenzbetrag zu einem eventuell höheren Überbrückungsgeld gezahlt. Das Überbrückungsgeld fällt auch weg, wenn das Arbeitslosengeld I nicht in Anspruch genommen wird. Die Aufnahme einer Landbeschäftigung und deren Beendigung müssen der Seemannskasse unverzüglich mitgeteilt werden.

Das Arbeitslosengeld I muss vorrangig in Anspruch genommen werden. Muss ich deshalb eine in Aussicht stehende oder vom Arbeitsamt vermittelte Landbeschäftigung ablehnen bzw. meine derzeit laufend ausgeübte Landbeschäftigung aufgeben?

Nein ! Der Anspruch auf Arbeitslosengeld I kann nur ausgeschöpft werden, solange er auch tatsächlich besteht. Es wird daher auf keinen Fall verlangt, eine laufend ausgeübte Landbeschäftigung oder Tätigkeit aufzugeben oder eine vermittelte Beschäftigung abzulehnen. Um finanzielle Nachteile zu vermeiden, sollten Sie die Vermittlungsbemühungen der Agentur für Arbeit unterstützen. Entfällt das Arbeitslosengeld I auf Grund eigenen Verschuldens (z. B. Meldeversäumnis, mangelnde Mitwirkung bei der Vermittlung in eine Landbeschäftigung), kann die Seemannskasse nicht in jedem Fall ausgleichend einspringen.

Wie lange dauert es, bis ein Antrag bearbeitet ist?

Anträge auf Überbrückungsgeld werden so schnell wie möglich bearbeitet. Bevor ein Bescheid erteilt werden kann, muss geprüft werden, ob die Voraussetzungen für die beantragte Leistung erfüllt sind. Wie lange die Bearbeitung dauert, ist vor allem davon abhängig, ob zusätzliche Ermittlungen erforderlich sind. Um alle erforderlichen Fragen rasch zu klären, haben wir Antragsformulare entwickelt.

Unser Tipp: Füllen Sie die Anträge nicht alleine aus. Unsere Mitarbeiter in einer der Auskunfts- und Beratungsstellen der Deutschen Rentenversicherung Knappschaft-Bahn-See (KBS) sind Ihnen gerne behilflich. Wer Überbrückungsgeld aus der Seemannskasse beziehen möchte, kann sich dort außerdem rechtzeitig vor dem Ausscheiden aus der seemännischen Beschäftigung nach den Voraussetzungen erkundigen und offene Fragen klären.
Damit es im Leistungsfall nicht zu Verzögerungen kommt, ist es sinnvoll, rechtzeitig an der Klärung des Versicherungskontos mitzuwirken.

Wichtig: Der Antrag auf Überbrückungsgeld sollte vor dem Ausscheiden aus der seemännischen Beschäftigung bzw. dem Wegfall des Arbeitslosengeldes gestellt werden, da die Leistung frühestens ab dem Tage der Antragstellung gewährt wird.

Muss ich auf das Überbrückungsgeld Steuern zahlen?

Ob und in welchem Umfang das Überbückungsgeld zu versteuern ist, kann nur die Finanzverwaltung verbindlich feststellen. Deshalb können wir Ihnen nur folgende Hinweise geben:
Die Finanzämter behandeln das Überbrückungsgeld als abgekürzte private Leibrente. Das heißt, es ist nicht die volle Bruttoleistung zu versteuern, sondern lediglich der so genannte Ertragsanteil nach § 55 der Einkommensteuer-Durchführungsverordnung. Die Höhe des Ertragsanteils hängt von der Bezugsdauer des Überbrückungsgeldes ab; in der Regel beträgt er bis zu 10 % der Bruttoleistung.

Kann ich mich als Arbeitnehmer von der Beitragspflicht befreien lassen?

Grundsätzlich nicht. Nur versicherte Beschäftigte, die die versicherungsrechtlichen Voraussetzungen für den Bezug einer Leistung nicht mehr erfüllen können, werden auf Antrag von der Beitragspflicht befreit. Die Befreiung erfolgt ab Beginn der Beschäftigung, sofern der Antrag innerhalb von zwei Monaten nach deren Aufnahme gestellt wird. Ansonsten kann die Befreiung erst ab dem Tage der Antragstellung ausgesprochen werden.

Ich habe bis zum Beginn meiner Altersrente gearbeitet. Bekomme ich eine Beitragserstattung?

Auch wenn Sie bis zum Beginn der Altersrente arbeiten, werden die Beiträge zur Seemannskasse nicht erstattet. Ein Überbrückungsgeld wird nur bis zum frühestmöglichen Beginn der Altersrente gezahlt. Eine Leistung aus der Seemannskasse kann trotz Gewährung einer Altersrente in Frage kommen, wenn diese Rente wegen vorzeitiger Inanspruchnahme gemindert ist. Dann besteht die Möglichkeit einen Abschlagsausgleichs zu erhalten. Darüber hinaus wird geprüft, ob ein Anspruch auf die zweijährige „Leistung nach Erreichen der Regelaltersgrenze“ besteht.

Mein Reeder will mich auf einem Schiff unter ausländischer Flagge beschäftigen. Was bedeutet das für die Versicherung?

Alle Seeleute, die ihren Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt in Deutschland haben, werden in der Seemannskasse versicherte, wenn die Voraussetzungen für die Annahme einer Ausstrahlung vorliegen. Dazu muss das Heuerverhältnis bei einem Arbeitgeber mit Sitz in Deutschland bestehen oder eine so genannte befristete Entsendung auf ein ausgeflaggtes Schiff oder Schiff unter fremder Flagge vorliegen. Außerdem dürfen Regelungen des über- und zwischenstaatlichen Sozialversicherungsrechts (z.B. bei Schiffen unter der Flagge eines anderen EU-Staates) nicht anzuwenden sein. Kommt eine Versicherung nach den gesetzlichen Regelungen der Ausstrahlung nicht zustande, werden deutsche Seeleute, die bei einem ausländischen Arbeitgeber beschäftigt sind, gleichwohl in der Seemannskasse versicherte. Voraussetzung hierfür ist, dass sich das Schiff, auf dem sie fahren, überwiegend im Eigentum eines deutschen Reeders mit Sitz im Inland befindet und der Reeder eine Unfallversicherung bei einer gewerblichen Berufsgenossenschaft (zuständig wäre die BG Verkehr) beantragt. Sind alle Bedingungen dieser gesetzlich vorgeschriebenen Antragsversicherung erfüllt, werden sie Seefahrtzeiten beim Überbrückungsgeld berücksichtigt.
Sollte eine Versicherung nach den Regelungen über die Ausstrahlung oder eine gesetzlich vorgeschriebene Antragsversicherung auf ein Beschäftigungsverhältnis im Ausland nicht bestehen, kann auf Antrag des Reeders eine so genannte freiwillige Antragsversicherung zustande kommen. Die dann ggf. auch die Seemannskasse mit einschließt.

Ich beziehe Überbrückungsgeld und habe das Angebot, als Urlaubsvertretung vorübergehend wieder zur See zu fahren. Geht das?

Ja. Obwohl eine der Voraussetzungen für die Gewährung des Überbrückungsgeldes das Ausscheiden aus der Seefahrt ist, ist eine erneute seemännische Beschäftigung zulässig. Überbrückungsgeld wird für diese Zeit aber nicht gezahlt. Nach dem Ende dieser Fahrtzeit kann das Überbrückungsgeld grundsätzlich wieder gezahlt werden, wenn die weiteren Voraussetzungen (noch) vorliegen. Lassen Sie sich rechtzeitig von uns beraten.

Ich beziehe eine Rente wegen verminderter Erwerbsfähigkeit. Daraus werden Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung abgezogen. Das gleiche geschieht beim Überbrückungsgeld. Ist es richtig, dass ich doppelt Beiträge zahlen muss?

Wird eine Rente bezogen und sind die Voraussetzungen für die Pflichtversicherung in der Krankenversicherung der Rentner erfüllt, werden entsprechende Pflichtbeiträge von der Rente einzubehalten. Das Überbrückungsgeld ist als Versorgungsbezug ebenfalls beitragspflichtig zur Kranken- und Pflegeversicherung, denn die Beiträge berechnen sich nach dem Gesamteinkommen. Deshalb ist die Seemannskasse verpflichtet, Pflichtbeiträge auch vom Überbrückungsgeld einzubehalten und an die Krankenkasse abzuführen. Eine Doppelzahlung liegt insoweit nicht vor. Allerdings wird der Beitrag maximal bis zur Höhe der Beitragsbemessungsgrenze zur Kranken- und Pflegeversicherung berechnet.

Warum wird mir empfohlen, mich nach dem Wegfall des Arbeitslosengeldes I weiterhin bei der Agentur für Arbeit zu melden, obwohl ich Überbrückungsgeld beziehe ?

Ein Anspruch auf Überbrückungsgeld besteht nur, solange keine Anspruch auf eine Altersvollrente oder eine Rente wegen voller Erwerbsminderung in voller Höhe besteht. Für die meisten Versicherten kommt aktuell eine Altersrente für langjährig Versicherte in Betracht. Um diese Rente zu erhalten, müssen bestimmte Voraussetzungen erfüllt sei. So muss unter anderem eine Wartezeit von 35 Versicherungsjahren (420 Monate) vorliegen. Zu diesen Versicherungsjahren werden auch Zeiten der Arbeitslosigkeit ohne Bezug des Arbeitslosengeldes I gezählt. Die erforderliche Wartezeit kann also – soweit sie noch nicht erfüllt ist – durch die weitere Arbeitslosenmeldung erreicht werden. Liegen die erforderlichen 35 Versicherungsjahre nicht vor, wird das Überbrückungsgeld gemindert. Die weitere Arbeitslosenmeldung während des Bezuges des Überbrückungsgeldes kann daher in bestimmten Fällen erhebliche finanzielle Einbußen verhindern. Im Übrigen kann die zusätzliche Berücksichtigung der Anrechnungszeiten wegen Arbeitslosigkeit den Rentenanspruch – wenn auch nur geringfügig – erhöhen.
Sind die Voraussetzungen für die Altersrente für langjährig Versicherte erfüllt, ist diese in der Regel gemindert. In diesem Falle kann zum Ausgleich ein Überbrückungsgeld als Abschlagsausgleichs gewährt werden.

Ich werde in Kürze das 60. Lebensjahr vollenden. Hat das Auswirkungen auf mein Überbrückungsgeld?

Im Einzelfall können sich Auswirkungen ergeben. Die Seemannskasse prüft, ob Sie die Voraussetzungen für eine Altersrente erfüllen. Gegebenenfalls werden Sie aufgefordert, einen entsprechenden Rentenantrag zu stellen. Kann eine Altersrente – egal aus welchem Grund – nicht gewährt werden, wird das Überbrückungsgeld in dem Umfang gekürzt, in dem die Altersrente bei einer Zahlung gemindert wäre (so genannter Abschlag).

Ich werde meine seemännische Beschäftigung erst mit Beginn meiner Regelaltersrente (65. – 67. Lebensjahr) aufgeben. Kann ich dann noch Leistungen bekommen?

Ja! Die Seemannskasse bietet aufgrund der Satzungsreform rückwirkend ab 1. Januar 2008 eine weitere Leistung an. Während Ansprüche auf das Überbrückungsgeld und die als Überbrückungsgelder gezahlten Zusatzleistungen spätestens mit Erreichen der Regelaltersgrenze entfallen, wird die neue Leistung frühestens ab Erreichen dieses Lebensalters (65. – 67. Lebensjahr) gewährt. Sie kann zwei Jahre bezogen werden. In der Höhe ist sie begrenzt auf die Hälfte einer ab Erreichen der Regelaltergrenze errechneten Rente. Zudem wird sie um alle von der Seemannskasse bereits zuvor gezahlte Leistungen gekürzt. Es ist daher möglich, dass ein Anspruch auf diese Leistung zwar besteht, sich infolge des vorherigen Bezuges von Überbrückungsgeld / Einmalzahlungen letztlich jedoch kein Zahlbetrag ergibt. Auch in diesem Fall ist eine Erstattung der Beiträge zur Seemannskasse nicht möglich.

Was ist noch zu beachten?

Das Überbrückungsgeld ist für die meisten Seeleute bis zum Beginn der Altersrente eine wichtige Einkommensquelle. Da im Zusammenhang mit den Leistungen der Seemannskasse oft auch andere Rechtsgebiete zu beachten sind, kann sich schnell ein unübersichtlicher Sachverhalt ergeben. Damit Ihnen keine Nachteile entstehen, sollten Sie sich auf jeden Fall frühzeitig durch die Mitarbeiter der Auskunfts- und Beratungsstellen der KBS beraten lassen.


Diese Seite:

© Knappschaft-Bahn-See